Theologe Graf kritisiert öffentlich soziale Herkunft von Theologiestudentinnen

Friedrich Wilhelm Graf, Professor für Systematische Theologie und Ethik an der Evangelisch-Theologische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München, kritisierte vergangene Woche in Müchen die Qualität von Theologistudierenden.

Das evangelische Pfarramt werde zunehmend zu einem Frauenberuf, so berichtet Deutschlandradio über die Äußerungen Grafs auf einer Tagung in Dresden. Theologiestudierende seien zumeist weiblich, so Graf, und eher "Muttityp als wirklich intellektuell", da sich besonders häufig Studentinnen aus nichtakademischen Haushalten für diesen Beruf entschieden. Sie verbänden zumeist eher schlichte Gedanken mit der Vorstellung von einem "Kuschelgott". Graf sieht dem Bericht zufolge darin eine bedrohliche Entwicklung für die evangelische Theologie. Eine Münchener Studentin bestätigte, dass die Aussage Grafs in Dresden leider kein Einzelfall sei. Ihren Aussagen zufolge überlege die Fachschaft Evangelischer Theologie München derzeit die Gleichstellungsbeauftragte der Universität einzuschalten.

 

 

 

 

 

 

 

Eine Unverschämtheit!

Welch eine bodenlose Unverschämtheit und elitäre Macho-Dekadenz von einem ev. Theologen und dazu noch Ethiker! Anstatt sich mit den Gründen der sich verändernden demographischen Entwicklung unter Theologiestudent_innen zu beschäftigen, kommt von einem akademisch hoch dekorierten Theologen nur - entschuldigt die Ausdrucksweise - subjetkiver, selbstgerechter Bullshit, der mehr über Herrn Graf als über die Veränderungen an den Hochschulen aussagt. Es wäre dagegen höchste Zeit, die Entwicklung zu loben, dass nicht nur das typische Akademiker_innenklientel den Weg an die Hochschulen findet - auch wenn wir in Deutschland, und auch in der Theologie, noch weit von wirklicher Bildungsgerechtigkeit entfernt sind. Und dass es überhaupt so viele Studentinnen an den Hochschulen angesichts des männlich dominierten und vergreisten Professoriums aushalten, das anscheinend der guten alten Universität vor '68 hinterher trauert, grenzt an ein Wunder!

Wenn es in diesem Jahr einen begründeten Rücktritt im Raum der EKD gibt, dann in diesem Fall: Herr Graf, schnappen Sie sich Ihren verstaubten Talar und weg von Ihren Ämtern! Kleiner Tipp für Ihre Pensionszeit: in der Città del Vaticano gibt es nette Ein-Zimmer-Apartments und die Gesellschaft dort wird Ihnen sicherlich besser gefallen als in unserer kuscheligen Mutti-Kirche.

 Anscheinend wollte Prof.

Bild von Hanna Schramm

 Anscheinend wollte Prof. Graf mal ein bisschen bekannter werden. Und was gibt es da besseres als ein verbaler Fehltritt in der Öffentlichkeit?

merkwürdiger Humor?!

Bild von Christopher Hertwig

Mir kommt es fast so vor als wollte er mit dieser Aussage irgendwie lustig sein. Anders könnte ich mir einen solchen Fehltritt einer Person in seiner Position nicht erklären.

:-D

 Nimmt den eigentlich noch irgendjemand ernst? Gottseidank sind viele Frauen unter zukünftigen Theolog-Innen und nicht mehr nur Männer, die von Müttern erzogen wurden, die ihre gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit damit kompensierten ihren männlichen Nachwuchs zu vergöttern und zu selbstverliebten, sozial inkompetenten "Intellektuellen" zu erziehen. Jeder macht sich halt lächerlich, so gut er kann.