Rezension: Das Leben des Brian

Film - Darf man über Jesus lachen? - Kein Film hat diese Frage häufiger aufgeworfen, als „das Leben des Brian“. Schon vor seiner Veröffentlichung im Jahr 1979 als blasphemisch verschrien und boykottiert, bald schon zum Kult avanciert und schließlich in die Riege der besten Filme aller Zeiten aufgenommen, spaltete das Werk der britischen Komikertruppe Monty Python die Massen. Ein Kommentar.
über den Film
Originaltitel Monty Python’s Life of Brian
Produktionsland GB
Erscheinungsjahr 1979
Länge 90 Minuten
Altersfreigabe FSK 16 (Video/DVD: 12)
Regie Terry Jones
Drehbuch Monty Python
Produktion John Goldstone

Wertung: 92%*

(zur Bewertung: die Prozentzahl ergibt sich aus den Resultaten von www.imdb.com, www.filmstarts.de, www.filmcritic.com und dem persönlichen Rating des Rezensenten zum Zeitpunkt der Abfassung der Rezension)

 

Brian Cohen wird in einem Stall geboren. Seine Mutter ist alleinerziehend, die drei Weisen, die ihn zunächst für den Messias halten, erkennen schnell, dass sie sich im Stall geirrt haben und so wächst Brian nicht als prophezeiter Sohn Gottes auf, sondern als gewöhnlicher „Rotes-Meer-Jogger“. Dass er angeblich von einem Römer gezeugt wurde passt Brian überhaupt nicht und so schließt er sich einer kleinen Widerstandsbewegung gegen den römischen Imperialismus an.

Ab hier folgt Verwicklung auf Verwicklung, Nachhilfeunterricht durch einen römischen Zenturio, Podenturnen vor Pilatus, Rettung auf der Flucht durch ein Raumschiff und unfreiwillige Verwechslung zunächst als Prophet und dann als Messias inklusive. Am Ende steht, na klar, die Massenkreuzigung.

Das alles ist natürlich übersteigert, provokativ, ironisch und verdammt intelligent. Der fundierte theologische und philosophische Gehalt, die erstaunliche historische Genauigkeit und die präzise Herausarbeitung absurder gesellschaftlicher Prägungen sind nämlich aller Ehren wert, auch wenn sie in der typisch albernen Form, die den Pythons zu eigen ist, präsentiert werden.

Der Glaube als solcher bleibt im Übrigen vollkommen unberührt und so zeigt sich, dass die Eingangsfrage eine vollkommen unangebrachte ist. So wird Jesus nämlich in keinster Weise in seiner Bedeutung geschmälert, sondern im Gegenteil als moralische Respektperson inszeniert, die den jungen Brian offensichtlich derart fasziniert, dass er in einer brenzligen Situation beginnt zusammenhanglos aus Jesu Bergpredigt zu zitieren.

Auch die Vorstellung Jesu habe Wunder getan wird in keinster Art und Weise verneint, sondern in Form eines Ex-Leprakranken sogar humorvoll genutzt. Zu keinem Zeitpunkt des Films wird über Jesus, Gott oder den heiligen Geist gelacht,immer sind Menschen und ihre, manchmal sogar liebenswerten, Fehler Gegenstand der bissigen Satire:

Die unverständliche Zersplitterung des jüdischen Widerstandes in handlungsunfähige realitätsferne Kleinstgruppen, die Animosität eines Juden, der nicht mit einem Samaritaner gekreuzigt werden möchte, die unsäglichen Sprechfehler ranghoher römischer Führungspersönlichkeiten, lateinischer Latrinenhumor, die Praxis der jüdischen Steinigung unter Ausschluss der Frauenwelt und die Fähigkeit von Menschen in einer wertlosen Flasche und einer verlorenen Sandale ein Heilszeichen zu erkennen.

Natürlich mag sich der Eine oder Andere davon auf den Schlips getreten fühlen, an der Qualität dieses großartigen Films,
den hoffentlich noch unzählige Konfirmanden- und Jugendgruppen sehen werden, ändert das aber kein Stück.

 

 


 

Ich möchte hier mal eine

Bild von Matthias Bukovics

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Bei uns hier in Wien gab es sehr viele, die diesen Film nicht kannten. Uns, von der Fakultätsvertretung hat das sehr verwundert, da wir alle den Film mindestens 2-3 mal in der Schule gesehen haben, und sonst auch noch öfters. Daher haben wir vor kurzem einen Filmabend gemacht, damit wir dieses Manko beseitigen können.

Nun wollte ich mal in dieser Runde hier fragen, wer den Film kennt, und wer nicht?

Ich kenne ihn seitdem ich 14

Bild von Almut Rademacher

Ich kenne ihn seitdem ich 14 bin und habe ihn von Anfang an geliebt!