"Nur Wahrheit und Offenheit können helfen, wo Vertrauen und Glaubwürdigkeit verloren wurde."
Missbrauchsdebatte - Die Österreichische Konferenz der Theologiestudierenden (ÖKT) hat eine Stellungnahme zur aktuellen Debatte um die Missbrauchsfälle in Einrichtungen der Katholischen Kirche veröffentlicht. Sie ruft zur völligen Aufklärung sowie zu einer neuen Offenheit und Wahrhaftigkeit auf, um gerade in dieser Krise Vertrauen zu geben und zu gewinnen. Als zukünftige MitarbeiterInnen im kirchlichen Dienst sehen es die österreichischen Theologiestudierenden auch als ihre Pflicht an, an diesem neuen Vertrauen mitzuarbeiten und dafür Verantwortung zu übernehmen.
Das Thema Missbrauch in der katholischen Kirche wird seid einigen Wochen wieder in der Öffentlichekti diskutiert. Ausgelöst durch die Offenlegung von Missbrauchsfällen am Berliner Canisius-Kolleg sieht sich die katholische Kirche mit einer Debatte über Vertuschung und die kirchliche Sexualmoral konfrontiert. "Was über uns hereingebrochen ist ist, hat eine Dimension, die nicht abzusehen war", sagte die Rechtsanwältin und Missbrauchsbeauftragte des Jesuitenordens Ursula Raue nach einem Bericht von evangelisch.de Insgesamt seien mittlerweile mindestens 150 Missbrauchsfälle bekannt. Die ereigneten sich in Hamburg, Hannover, Göttingen, Bonn und Sankt Blasien.
Stark erschüttert zeigt sich nun auch der Theologische Nachwuchs in Österreich in einer Stellungnahme, den die ökumenische Interessenvertretung "Österreichische Konferenz Theologiestudierender" (ÖKT) nun veröffentlicht hat. Die zukünftige Pfarrerinen und Pfarrer Fragen, wie sie sich in einer Kirche einbringen sollen, "bei deren Leitung Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit nicht mehr zentrale Werte zu sein scheinen."
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Große Besorgnis äußern die Studierenden darüber "wie ganze Ordenshäuser und –provinzen kollektiv schweigen und wie es einzelne Seelsorger und Pädagogen mit ihrem Gewissen vereinbaren können, die Fälle von Missbrauch jahrelang in den Mantel des Schweigens zu hüllen, bis diese Tatbestände juristisch nicht mehr verfolgt werden können." Sie fordern daher nun Aufklärung sowie zivilrechtliche Konsequenzen. "Es kann und darf nicht weiterhin Praxis sein, dass Täter stillschweigend versetzt werden, ohne die Causae aufzuklären. Auch Mitwisser, die durch ihr Schweigen Täter decken, müssen zur Verantwortung gezogen werden."
Neben Konsequenzen für Täter und Mitwisser müsse man auch die Opfer in den Blick nehmen, sie ernstnehmen und annehmen. "Nur durch eine Kultur der Wahrheit und Aufrichtigkeit kann die Kirche ein tragfähiger Stützpfeiler für den Menschen von heute bleiben."
| Diskutiert mit! | Tut die Kirche bereits alles zur Aufklärung? | Ist die katholische Sexualmoral und das Zölibat Schuld an den Missbrauchsfällen? |
