Margot Käßmann mit Alkohol im Blut am Steuer erwischt.


Die Vorsitzende der EKD Margot Käßmann, wurde am Samstagabend in der Innenstadt von Hannover mit 1,54 Promille im Blut von der Polizei angehalten, nachdem sie mit  ihrem Wagen eine rote Ampel überfahren hatte. Die Bischöfin zeigt sich erschrocken über ihr Verhalten.

Nach einem privaten Termin ist sie betrunken nach Hause gefahren. Am Steuer ihres Dienstwagens, einem Auto, dass von 0 auf 100 in rund 6-8 Sekunden beschleuinigt, wurde von der Polizei angehalten, weil sie eine rote Ampel überfahren hatte. Gegen die Bischöfin wurde jetzt nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, da das Fahren mit der gemessenen Blualkoholkonzentration eine Strafstat darstellt.

Käßmann äußerte sich dazu gegenüber der Bild wie folgt: „Ich bin über mich selbst erschrocken, dass ich einen so schlimmen Fehler gemacht habe. Mir ist bewusst, wie gefährlich und unverantwortlich Alkohol am Steuer ist. Den rechtlichen Konsequenzen werde ich mich selbstverständlich stellen“

Dieses Verhalten hat zu verschiedensten Reaktionen geführt. Viele Kommentare zeigen Unverständnis, Empörung, teilweise Wut, aber auch Häme und Schadenfreude auf der Seite ihrer Kritiker. Käßmann war durch ihre Äußerungen zum Afghanistaneinsatz, die sie mit christlicher Ethik begründete, zum Jahreswechsel in öffentliche Kritik geraten und der Wirbel um ihre Person hatte sich gerade gelegt.

Es passiert leider täglich. Menschen setzen sich, nachdem sie mehr oder weniger viel Alkohol konsumiert haben, hinters Steuer. Sie unterschätzen dabei den verheerenden Einfluss von Alkohol auf die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit des Menschen. Damit begeben sie nicht nur sich sondern auch andere Menschen in Gefahr.

Nun hat auch die Vorsitzende der EKD, Landesbischöfin Margot Käßmann diesen Fehler gemacht. Für ihre Kritiker ist dieses Fehlverhalten jetzt natürlich ein gefundener Anlass ihre Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen.

Was denkt ihr dazu?

Darf eine Bischöfin, darf die Ratsvorsitzende der EKD einen solchen Fehler machen? Wieviel Privatmensch darf man noch sein, wenn man ein kirchliches Amt inne hat?

Sollte man dieses Verhalten als menschlich verzeihen, oder sollte Käßmann dem Rat der EKD ihren Rücktritt anbieten? Seid ihr persönlich enttäuscht? Was würdet ihr euch von eurer Ratsvorsitzenden wünschen? Erleidet die Kirche dadurch einen Glaubwürdigkeitsverlust? Verlieren wir unsere Vorbilder?

Nutzt fleißig die Kommentarfunktion. Wir sind gespannt auf eure Meinung.

Simul justus et peccator

Bild von Steve Henkel

Wir machen eben alle fehler,

diesemal ein Beispiel von ganz Oben, so schade es auch ist...

Das Problem ist, wie soll man das BILD und Co. erklären,

für die Pfarrer per se die besseren Menschen sein müssen.

Pfarrer und kirchliche

Bild von Julia-Rebecca Riedel

Pfarrer und kirchliche Amtsträger sind nicht per se die besseren Menschen oder gar unfehlbar, sie haben auch nicht diesen Anspruch (der Anspruch ist eher offen über Probleme zu sprechen, aber was rede ich, ...), dass zu vermitteln ist sicherlich schwer, aber das Problem liegt ja nicht allein bei BILD und Co.

An dieser Stelle sei betroffen bemerkt, dass es für unseren Staatsapparat diskretere Möglichkeiten gibt, jemanden wie Margot Käßmann "aus dem Verkehr zu ziehen", ohne das DAS blutigste aller Medien gleich den ersten Kommentar dazu abstaubt.

Die nun schwierige Aufgabe für Frau Käßmann und im Grunde für uns Alle ist nicht nur, sich den rechtlichen Konsequenzen zu stellen und den Medien Rechenschaft abzulegen, sondern vor allem auch der EKD und ihren Gliedern zu begegnen.

Stimmt, Steve, Fehler machen wir alle und im Sinne unseres Glaubens dürfen wir sie "uns leisten" und sind trotz allem angenommen in/vor/bei Gott unserem Herrn und Vater. Das Angenommensein ändert jedoch nichts an der Tatsache, das eine Landesbischhöfin und EKD-Rats-Vorsitzende sich mit 1,54 Promille hinters Steuer gesetzt hat. Die, die sich schon mit der Afghanistan-Debatte politisch "daneben benommen" hat, fährt jetzt betrunken Auto (im Übrigen, Karneval ist vorbei, wir sind mitten in der Fastenzeit), innerhalb des Stadtgebietes und gefährdet damit in ihrem Dienstauto nicht einmal unbedingt ihr eigenes Leben, sondern vor allem das Unschuldiger. Mal ganz abgesehen davon, dass 1,54 Promille nicht durch ein, zwei Bier herbeigeführt werden. 

Die sich nun entspinnende Debatte, wird Frau Käßmann nicht nur flankieren, wie Afghanistan. Gesellschaftliche Fehltritte dieser Art, "Handeln wieder die Moral" vergisst man nicht so schnell, es bleibt immer etwas haften und so ist DAS große Vorbild, plötzlich eines, das ein Kainsmal trägt. 

Ja, Frau Käßmann, sie sind Öffentlichkeit, Für die Evangelische Kirche in Deutschland sind sie sogar DIE Öffentlichkeit, Vorbild und Hoffnungsträger. Sie Repräsentieren sowohl nach innen, als auch nach außen. 

 

Unsere Theologie ernst nehmen

Bild von Steve Henkel

Es unstrittig, man fährt nicht betrunken!

Es ist unstrittig, das Amt und das Ansehen ihrer Person haben schaden genommen!

Das ist insbesondere bedauerlich, eben WEIL sie uns als Protestanten persönlich so profiliert vertritt. -Auch was die Afganistanfrage angeht!-

Wenn wir unsere Theologie aber ernst nehmen, muss Sie im Amt bleiben, eben weil sie nicht unsere "heilige unfehlbare" Mutter ist. Das ist auch eine Botschaft an die Gesellschft! Wir sind eine Gemeinschaft von Menschen, heilig nicht weil wir besser wären als andere, sonder weil Gott uns liebt. Bei uns sind Vergebung und Barmherzigkeit KEINE Worthülsen für die Kanzel. Sie bereut diese Tat, wie ich denke auch glaubhalft, zutiefst. Nun haben wir eine angeknackste Ratsvoritzende, aber bei allem bleibt sie eine menschliche, glaubwürde Ratsvoritzende die zu ihren Fehlern stehen kann, und das unterscheidet sie von vielen Politikern, Prominenten UND auch anderen Geistlichen (egal welcher Konfession). 

Ich habe heute morgen

Bild von Almut Rademacher

Ich habe heute morgen zufrieden gelesen, dass sich die EKD hinter Frau Käßmann stellt und bereit ist das mit ihr durchzustehen.

So böse und enttäuscht ich gestern teilweise auch war, hab ich jetzt eher das Bedürfnis sie in den Arm zu nehmen, zu sagen, dass jeder mal Fehler macht und das wir, genau wie Steve schreibt eben keine unfehlbare Person an unserer Spitze brauchen...

Ich denke, dass Frau Käßmann diejenige ist, die selbst am meisten unter der Situation leidet und deswegen von uns jetzt keine weitere Schelte braucht, sondern Unterstützung. Damit will ich aber nicht sagen, dass ich den ganzen Vorgang völlig schlimm finde und auch sehr sehr unüberlegt und töricht.

Ich finde die ganze Diskussion übertrieben...

Bild von Johannes Heck

...und jetzt tritt sie eh zurück. Schade, dass man in einem geistlichen Amt keine menschlichen Sünden begehen darf.