Käßmann-Wahl: Orthodoxe brechen Beziehungen ab

Überzogen? - Ein wenig überraschend kam es dann doch: Die russisch-orthodoxe Kirche stellt die Beziehungen zu den deutschen Lutheranern ein. Als Grund gibt man die Wahl der Landesbischöfin Margot Käßmann an, mit der erstmalig eine geschiedene Frau den EKD Ratsvorsitz innehat. Für die Orthodoxen Eklat und Affront zugleich. Verständnislosigkeit seitens der EKD bei einem solchen Verständnis von Ökumene.

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Hat das letzte Wort: Patriarch Kirill

 

Vom orthodoxen Standpunkt aus sei die Weihe einer Frau und erst Recht ihre Berufung in verantwortungssvolle Ämter ein Ding der Unmöglichkeit, so  Georgi Sawerschinski vom kirchlichen Außenamt in Moskau. Die deutschen Gläubigen würden mit einer Frau als Oberhaupt in die Irre geführt, unter keinen Umständen sei es möglich, dass der oberste Patriarch und Frau Käßmann aufeinanderträfen.

Ähnlich klingt das auch anderswo. Die russisch-orthodoxe Kirche müsse trotz des 50 jährigen Jubiläums der Zusammenarbeit beider Kirchen nun die Beziehungen beenden, lautet eine offizielle Stellungnahme von Ilarion Alfejew, geistliches Oberhaupt des Erzbistums Wolokolamsk.

Mehrere russische Zeitungen hatten bereits kurz nach der Wahl Käßmanns den Abbruch aller Gespräche mit der EKD gefordert und selbst aus dem konservativen evangelischen Lager Russlands ist starke Kritik an der Wahl Käßmanns zu vernehmen. Auch wenn der oberste Patriarch das letzte Wort hat, dieser geballten Ablehnung wird er sich wohl nicht entgegenstellen.

Landesbischöfin Käßmann reagierte nach eigener Aussage „überrascht und verständnislos“. Zwar versicherte sie ihre Akzeptanz gegenüber dem Amtsverständnis anderer Konfessionen, doch sei ihr Verständnis von Ökumene in der gegenseitigen Annahme begründet.

EKD-Auslandsbischof Martin Schindehütte nannte die russische Kritik „unangemessen.“ Die unterschiedlichen Auffassungen hinsichtlich des Priesteramtes seien bekannt und bisher kein Hinderungsgrund für Gespräche gewesen.