Gemeinsames Pastoralkolleg in Villigst eröffnet: vier Landeskirchen kooperieren
Heute fand die offizielle Eröffnung des Gemeinsamen Pastoralkollegs der Evangelischen Kirche von Westfalen, der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Lippischen Landeskirche und der Evangelisch-reformierten Kirche im Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) in Villigst statt. Bereits seit Mitte letzten Jahres arbeiten die drei evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen sowie die Evangelisch-reformierte Kirche in der Aus- und Fortbildung ihrer Pfarrerinnen und Pfarrer eng zusammen.
![]() Foto: Jan Ehlert | Lizenz: CC-by-sa-3.0 |
| Haben das gemeinsame Pastoralkolleg eröffnet (von links): Oberkirchenrätin Petra Wallmann (EKvW), Pfarrer Gerd Kerl, Dr. Peter Böhlemann, Professor Dr. Christian Grethlein, Kirchenrat Dr. Volker A. Lehnert (EKiR), Pastorin Hilke Klüver (Ev.-reformierte Kirche) |
Schon im Juni vergangenen Jahres wurden die entsprechenden Kooperationsverträge im Haus Villigts unterzeichnet. Dabei konzentrieren sich die beteiligten Landeskirchen fortan auf die beiden Standorte Wuppertal und Schwerte-Villigst. Die Vikarinnen und Vikare bekommen ihre praxisbegleitende Ausbildung bereits seit Oktober letzten Jahres im Seminar auf dem Gelände der kirchlichen Hochschule Wuppertal. Die theologische Fort- und Weiterbildung der insgesamt 5000 Pfarrerinnen und Pfarrer geschieht durch das gemeinsame Pastoralkolleg in Villigst. „Ziel ist es, die hohe Qualität der pastoralen Bildungsarbeit der vier Landeskirchen zu sichern und auszubauen“, heißt es in dem Vertrag, der die Arbeit des Wuppertaler Seminars regelt. Darüber hinaus erhofft man sich auch Synergien aus dem angegangenen Prozess. Den größten Kostenanteil der gemeinsamen Einrichtungen finanzieren die beiden größten beteiligten, die Evangelische Kirche im Rheinland und die Evangelische Kirche von Westfalen, zu je gleichen Teilen.
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Vortrag von Prof. Grethlein im Wortlaut |
„Wer viel zu geben hat, muss auch viel sammeln“, zitierte Oberkirchenrätin Petra Wallmann (EKvW) aus einer Pastoraltheologie des 19. Jahrhunderts. Dieser Satz habe bis heute nichts von seiner Aktualität verloren. Zu den fünf Dimensionen des Lernens am Gemeinsamen Pastoralkolleg gehörten Bibel und Theologie, kollegiale Beratung, pastorale Identität und nicht zuletzt auch Entschleunigung, um neue Kräfte sammeln zu können.
Professor Dr. Christian Grethlein aus Münster widmete seinen Vortrag zur Eröffnung dem Thema „Pfarrerin oder Pfarrer sein heute und morgen – Herausforderungen für die Fort- und Weiterbildung“. Darin gab er einen historischen Überblick über das Pfarrbild sowie eine Analyse unter gegenwärtigen Gesichtspunkten, wie dem Dienstleistungsaspekt, der Marginalisierung von Kirche. Einen zentrales Element des Pfarramts sieht Grethlein im kommunikativen Aspekt der Tätigkeit, weg von einem asymmetrischen Lehrverständnis hin zu einem symmetrischen Kommunikationsprozess.
Der rheinische Kirchenrat Dr. Volker A. Lehnert würdigte die Bedeutung des gemeinsamen Pastoralkollegs für das gesamte Berufsbild. „Wir müssen den Pfarrberuf als theologischen Beruf wieder stärker unterstützen“, forderte Lehnert und warnte davor, sich in Verwaltung und organisatorischen Aufgaben zu verzetteln. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sei mit dem heutigen Tag getan.

