Festakt in Leipzig: Köhler fordert mehr Geld für Universitäten
Mehr Infos
Bildquelle: Pressestelle der Universität Leipzig |
Beim Festakt, zu dem 800 Gäste in das noch im Bau befindliche Paulinum kamen, reagierte Bundespräsident Horst Köhler auch auf die Studierendenproteste der vergangenen Wochen: "Das deutsche Hochschulsystem befindet sich im Umbau. Die Notwendigkeit dieses Umbaus ist unbestritten: zu lange Studienzeiten, zu viele Abbrecher, zu schlechte Studienbedingungen, zu wenig Unterstützungsangebote, zu wenig Chancengerechtigkeit." Weiterhin kritisierte er: "Deutschlands Aufwendungen für den Hochschulbereich sind seit Jahren unterdurchschnittlich"
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich unterstrich sein "Nein" zu Studiengebühren und einem offenen Zugang zu Bildung: "Studiengebühren gibt es deshalb in Sachsen nicht - und wird es auch in Zukunft nicht geben." Die Hochschulen seien jedoch aufgerufen, Bachelor und Master weiter zu optimieren. Die Politik wolle und dürfe hierbei den Fakultäten nicht hineinreden.
Der Sprecher des StudentInnenRates, Simon Schultz von Dratzig beklagte, dass die Universität im Jubiläumsjahr die Chance einer kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte vor allem zu Zeiten der NS-Diktatur und während der DDR versäumt habe. "Es ist betrüblich, dass die Möglichkeiten zur Schaffung einer reflektierenden Erinnerungskultur, die ein Jubiläum und die schon vorhandenen akademische Aufarbeitung bieten, ausgeschlagen werden", so der StuRa-Sprecher. "Viel wichtiger wäre, erst recht unter einem wissenschaftlichen Anspruch, eine kritische und vor allem öffentliche Aufarbeitung aller Geschehnisse des vergangenen Säkulums und vor allem der eigenen Involvierung in Taten und Untaten."
Bereits vor einigen Wochen feierten die Studierenden 20 Jahre StudentInnenrat an der Universität Leipzig. Gegründet wurde der StuRa am 9. November 1989.
