Evangelisch-Theologischer Fakultätentag startet in Bonn

Mit einem Empfang des Dekans der Evagelisch-Theologischen Fakultät, Prof. Dr. Günther Röser, begann am Donnerstagabend der Fakultätentag für den Bereich der Evangelischen Theologie (E-TFT) in der Säulenhalle der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Prüfungsordnungen für den modularisierten Pfarramtsstudiengang.

Nachdem der E-TFT bereits vor zwei Jahren eine Studienordnung verabschiedet hat, die das Pfarramtsstudium in Module strukturiert, steht nun die Überarbeitung der Prüfungsordnungen kurz vor der Vollendung. Auch im modularisierten Pfarramtsstudium bleiben die Zwischenprüfung und das Erste Theologische Examen als Blockprüfungen erhalten und bilden den Abschluss der Module des Grundstudiums. Die von vielen Studierenden befürchtete doppelte Prüfungsstruktur aus Modulabschluss- und Blockprüfungen bleibt somit offenbar aus. Ob die neue Studienordnung an allen Studienorten so umsetzbar ist, bleibt aber abzuwarten.

Zu den "Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Weiterentwicklung von Theologie und religionsbezogener Wissenschaft an deutschen Hochschulen" liegt den Delegierten im Fakultätentag nun eine Auswertung vor. Der Wissenschaftsrat konstatiert ein verstärktes Interesse an "offenen" theologischen Studiengängen, die nicht unmittelbar auf den Pfarrberuf oder das Lehramt abzielen. Der E-TFT begrüßt in seiner Auswertung solche Studiengänge, sofern die Qualität der Ausbildung in den bestehenden Studiengängen nicht eingeschränkt wird. Die Forderung an die Kirchen "für ein rasches und für alle Beteiligten verlässliches und transparentes Verfahren der kirchlichen Beteiligung Sorge zu tragen" weist der E-TFT zurück, da sich auf evangelischer Seite die Beteiligung auf die Feststellung der Mitgliedschaft des Habilitanten in der Evangelischen Kirche beschränke. Die Bewertung der kirchlichen Hochschulen im Papier des Wissenschaftsrates sieht der E-TFT geprägt von der Situation der Hochschulen in Trägerschaft der Römisch-Katholischen Kirche, stimmt aber mit ihr überein, dass die primäre Verortung der wissenschaftlichen Theologie an den staatlichen Fakultäten vorzunehmen ist.

Die Differenzierung zwischen Ausbildungsstätten in freikirchlicher Trägerschaft (Methodistenhochschule in Reutlingen und Baptistenhochschule in Elstal) und solchen mit evangelikaler Prägung (FH Gießen und Theologisches Seminar Elstal) sieht der E-TFT vom Wissschaftsrat als unzureichend vorgenommen und schließt sich dem Urteil eines Berichts der FAZ vom 04. Februar 2010 an, in dem es heißt: "Das vom Wissenschaftsrat formulierte Ziel der Theologien, den rationalen Umgang mit der christlichen Tradition zu fördern und fundamentalistischen Lesarten durch philologische Methodik zu wehren, steht freilich in erheblicher Spannung zur Akkreditierung der Freien Theologischen Akademie in Gießen...".

Bereits vor über einem Jahr begann der SETh Gespräche mit dem damaligen Vorsitzenden des E-TFT, Prof. Dr. Christian Grethlein über die Möglichkeit eine Vertretung des SETh in der Plenarversammlung mit Stimmrecht zu etablieren. Anfang des Jahres schlug der neue Vorsitzende Prof. Dr. Jens Schröter vor, einen entsprechenden Antrag für die Tagung des E-TFT im Oktober 2010 einzureichen. Dabei orientierten sich die Studierenden an den Regelungen des Katholisch-Theologischen Fakultätentages, die der katholischen Schwesterorganisation des SETh, der "Arbeitsgemeinschaft Katholischer Theologiestudierender" (AGT), eine "außerordentliche Mitgliedschaft" mit Stimmrecht einräumten. Ob der E-TFT dies auch dem SETh zuspricht ist noch offen. So stehen derzeit lediglich Beratungen über einen Sitz als "ständiger Gast in der Plenarversammlung" auf der Tagesordnung.

Gibt es Ergebnisse?

 

An diejenigen, die am E-TFT teilgenommen haben: Wie sieht das Ergebnis über den SETh-Antrag aus? Und gib außer der Freikirchenpolitik (war ja absehbar) sonstige interessante Beschlüsse?

Artikel in Arbeit

Bild von Jan Ehlert

Die Beschlüsse sind erst heute veröffentlicht worden. Wir sind bereits dabei die Ergebnisse auszuwerten. Ein Artikel folgt so schnell wie möglich.

Kurz vorab: Prüfungsordnungen sind beschlossen, der SETh erhält Gaststatus und evangelikale Ausbildungsstätten machen keine richtige Wissenschaft.