EKM: Landessynode spricht sich für freie Software aus.

In ihrer Frühjahrstagung Ende März hat die Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland sich in einem knappen Beschluss für freie Software ausgesprochen.

Die Landessynode bittet in ihrem Beschluss das Landeskirchenamt der EKMD, den Einsatz von freier Software im kirchlichen Umfeld zu prüfen. Darüber hinaus soll der Einsatz auf den verschiedenen Landeskirchlichen Ebenen gefördert werden. Der Verein "Linux User im Bereich der Kirchen" begrüßt den Beschluss auf seiner Website, ist aber skeptisch, wie weit der Beschluss letztlich Umsetzung findet: "Es ist klar, dass dadurch noch nicht ein einziges freies Programm installiert ist. Aber es könnte ein Anfang sein."

Wolfgang Loest, Beauftragter für Datenverarbeitung im SETh, äußerte sich ebenfalls grundsätzlich positiv zu den Plänen: "Das ist ein erster richtiger Schritt, aber noch lange nicht das Ziel." Folgen müsste eine Prüfung der gesamten IT in den Landeskirchen, in deren Zuge alte proprietäre Technik gegen OpenSource-Lösungen ausgetauscht werden würde. "Ein OpenOffice ist ein erster Schritt, ein Umstieg auf ODF ein ganz dringender. Wie leicht man Menschen auf Linux migrieren kann hat der Stand des LUKI e.V. auf dem Kirchentag in München gezeigt: es sah gleich aus, hatte die gleichen Icons und schon war die Abwehrhaltung weg."

Im Studierenrat Evangelische Theologie haben sich offene Formate in den letzten Jahren ebenfalls mehr und mehr durchgesetzt. Für die Amtsinhaber gibt es dort sogar ein mobiles Büro auf einem USB-Stick, das ausschließlich freie Software enthält.

 Sollten sich Kirchen mehr für den Einsatz freier Software einsetzen?