„Nothing About Us Without Us Is For Us“
Eindrücke aus dem Assapheum - Zu ihrer jährlichen Sitzung kam die Landessdynode der Evangelischen Kirche von Westfalen vom 10. bis 13. November in Bielefeld zusammen. Die Landessynode ist das oberste Entscheidungsorgan und beschließt als solches u. a. die Kirchengesetze, den Haushalt der Landeskirche sowie grundlegende Finanzregelungen, die auch die Kirchenkreise und Gemeinden betreffen. Sie berät wichtige theologische und kirchenpolitische Themen. Und sie wählt den Präses und die anderen Mitglieder der Kirchenleitung. In diesem Jahr war Susanne Stöcker, Studentin der Evangelisches Theologie in Münster und Vorstandsmitglied des westfälischen "Gesamtkonvents", der Interessenvertretung des theologischen Nachwuches der EKvW. Auf theologiestudierende.de berichtet sie von ihren Eindrücken.
"Die Landessynode der EKvW findet traditionell in den geschichtsträchtigen Räumlichkeiten Bethels statt. Auf dem Weg ins Assapheum regnet es, auch das ist eine Tradition, wie ich später erfahre. Die KiHo Bethel liegt verlassen da - ich bin diese Woche die einzige Theologiestudentin weit und breit. Und neben all den Grußworten, Berichten und Wahlen taucht ein Thema, das uns direkt betrifft immer wieder auf: Es gibt nur noch 140 von uns, aber in etwa 10 Jahren werden viel mehr von uns gebraucht!
Ich horche auf, als es heißt „das Theologiestudium und das Berufsbild Pfarrer muss attraktiver werden“. Leider wird die Frage nach der Umsetzung dieses Ziels nicht in die Ausschüsse der Synode weitergegeben. Stattdessen soll sich die Kirchenleitung selbst damit befassen. Zudem steht unsere Ausbildungsdezernentin zur Wahl für das Amt der theologischen Vizepräsidentin. Was bedeutet das für uns? Heißt das, dass nach einer kurzen Annäherungsphase mit Frau Will-Armstrong erneut ein personeller Wechsel im Ausbildungsdezernat ansteht? Frau Will-Armstrong selbst versichert mir, dass sie im Amt bleiben wolle. Schließlich bestätigt auch das knappe Wahlergebnis (90 zu 88 Stimmen für Albert Henz), dass wir weiterhin mit ihr zusammen arbeiten dürfen.
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Am ersten Sitzungstag verfolge ich die Geschehnisse noch etwas skeptisch aus der letzten Reihe. Die Wendung „Nothing About Us Without Us Is For Us“ aus der Grußrede von Martin Johnstone sollte doch schließlich auch für unsere Belange gelten. Das Gefühl, dass statt mit uns nur über uns geredet wird, weicht jedoch während meiner Teilnahme am Berichtausschuss. Hier werden die Themen direkt besprochen und meine Beteiligung wird freundlich unterstützt. Auch in den vielen Gesprächen in den Pausen und beim Essen zeigt sich: Es ist Interesse da und Ideen können eingebracht werden.
Als der Berichtausschuss am Freitag seine Beschlussvorlage ins Plenum einbringt, darf ich einen der Punkte persönlich vortragen. Es geht um die Institutionalisierung Feministischer Theologie und Gender Studies an den Westfälischen Unis. Da in den Prüfungsordnungen eben diese Themen vorkommen, halte ich es für sinnvoll, unsere Unis auch mit zuständigen Lehrenden auszustatten. Mit wenigen Gegenstimmen und Enthaltungen stimmt die Synode zu.
Über die weiteren Themen und Beschlüsse werde ich im Westfälischen Gesamtkonvent am 19.12.09 in Bochum berichten. Zu empfehlen ist auch die neue Homepage der EKvW (s.u.).
Ich bin dankbar für den intensiven Einblick in die Kirchenpolitik und motiviert, mich weiterhin einzumischen, um sinnvolle Veränderungen im Bereich des Theologiestudiums zu bewirken.
Es grüßt der sachverständige Gast der Westfälischen Synode,
Schwester Susanne Stöcker
