„Kein Grund für Alarmismus“ - EKD zu Theologiestudierendenzahlen

EKD - Kirchenamtspräsident Hermann Barth sieht die vom Pfarrverbandsvorsitzendem Weber dargestellte Dramatik in der Entwicklung der Zahl der Theologiestudierenden in Deutschland nicht.

Hermann Barth zeigte sich erfreut, dass sogar wieder mehr junge Menschen Theologie studieren. Nachdem im Jahr 2005 bundesweit im Pfarramtsstudiengang nur etwa 2000 Theologiestudierendeeingeschrieben waren, nehme ihre Zahl seitdem wieder kontinuierlich zu. Heute seien etwa 2500 auf den landeskirchlichen Listen. Hinzu kämen noch etwa 2100 Theologiestudierende, die nicht in den landeskirchlichen Listen verzeichnet seien.

Insofern, so das Resümee des Präsidenten, sei angesichts der Zahl von um die 4600 Theologiestudentinnen und -studenten ein „nicht unerhebliches Reservoir an potentiellen Pfarrerinnen und Pfarrern vorhanden“.  Es sei deshalb falsch von einer „stetig sinkenden Zahl von Theologiestudenten“ zu reden. Barth: „Für Alarmismus anlässlich eines sich angeblich abzeichnenden dramatischen Mangels an Pfarrerinnen und Pfarrern sehe ich derzeit keinen Grund.“

Ein etwas anderes Bild ergebe sich, wenn man die Zahl von etwa 9000 Theologiestudentinnen und -studenten Ende der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts mit denen von heute vergleiche. Der dabei sichtbar werdende Rückgang habe laut Barth seinen wesentlichen Grund darin, dass es im Verlauf der neunziger Jahre gerade aufgrund der hohen Zahlen zu erheblichen – in einzelnen Landeskirchen sogar dramatischen – Anstellungsproblemen kam, was wiederum aufgrund der relativen Monopolstellung der Kirchen als Arbeitgeber für Theologinnen und Theologen erheblich zum Rückgang beitrug.