„Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht“ - theologischer Nachwuchs tagt in Münster

Am Abend startete in Münster die erste Tagung des Jahres des Studierendenrates Evangelische Theologie (SETh) in Münster. In die Vollversammlung des SETh entsenden evangelisch-theologische Fachschaften sowie landeskirchliche Studierendenkonvente ihre Delegierten. Dabei standen Berichte aus den Ämtern und Gremien im Vordergrund.

Die Delegierten begonnen ihre Tagung mit einer Schweigeminute für den im vergangenen Dezember nach langer Krankheit verstorbenen Björn Ehinger, der im SETh zunächst für die Fachschaft Mainz und später als Finanzreferent aktiv war.

Das Leitende Gremium fasste nocheinmal die postive Arbeit der letzten Monate auf. Neben seinen Vollversammlungen bieten die Tagungen des SETh nun Fortbildungsteile, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Auf diesem Weg könne man noch mehr Studierende ansprechen und zum gemeinsamen Austausch einladen. Darüber sei die Kontaktaufnahme mit dem neugewählten Ratsvorsitzenden der EKD Präses Nikolaus Schneider positiv verlaufen. Eine regelmäßiger Austausch zu aktuellen Themen rund um die theologische Ausbildung sollte selbstverständlicher Teil der Arbeit des SETh werden.

Für den Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden befindet sich die Arbeitsgruppe mitten im Vorbereitungsprozess. Gemeinsam mit der EKD wird ein Stand geplant und umgesetzt. Dabei sollen neben Informationsangeboten auch der Austausch mit Experten aus der Pfarramtspraxis möglich sein. Für die Aktionen rund um den Stand seien bewusst markante Titel gewählt worden. Mit „..doch nicht Pfarrer", einem Gespräch mit Arndt Henze, Theologe und Redakteur des WDR, "vom Herd auf die Kanzel", ein Austausch mit den Frauen im Pfarramt und „professionelles Mandala ausmalen“ Diskussionen rund um den Lehramtamtsberuf Religion, wolle man eigene Themen dem Kirchentagspublikum nahe bringen.

Tim Wendorff, Vertreter des gastgebenden westfälischen Konvents und der Münsteraner Theologiestudierenden, bot mit einer Andacht einen Einstieg in das Schwerpunkthema des Wochenendes "Single, same sex, Superfamilie - das Pfarrhaus an der Schwelle zum 21. Jahrhundert". "Starker Tobak", nannte er ein Zitat aus einem in diesen Tagen verfassten, offenen Brief von acht deutschen Altbischöfen, die damit die" in ihren Augen allzu liberalen Regelungen im neuen Pfarrdienstrecht entgegentreten wollen." Eine so einseitige Bibelauslegung von hochgebildeten Theologen sei nur schwer nachvollziehbar. Mit dem biblischen Leitspruch des SETh aus der Apostelgeschichte "Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht“ rief er die Delegierten zu engagierten Diskussion und klaren Positionen auf.