„Das Ringen um das Wort hat kein Ende“ - 11. Predigtpreis in Bonn verliehen

Unter dem Schlagwort „So von Gott reden, dass sich etwas ändern kann“ wurde am 18.11.10 in der Bonner Schlosskirche der 11. Predigtpreis vergeben. Preisträgerin für die „Beste Predigt“ war Vikarin Anja Siebert (Berlin), Preisträgerinnen in der Kategorie „Beste Predigt für nichtkirchliche Anlässe“ waren Pfr'in Monika Lehmann-Etzelmüller (Hemsbach an der Bergstrasse) und Stud. Theol. Emilia Handke (Halle/Saale). Preisträger in der Kategorie „Lebenswerk“ wurde Altbischof Dr. Reinhold Stecher (Innsbruck).

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Weitere Informationen und eine umfangreiche Predigtdatenbank sind auf der Internetseite des Predigtpreises zu finden. www.predigtpreis.de

Vor 500 geladenen Gästen wurde am 18. November der Predigtpreis, gestiftet vom Verlag für Deutsche Wirtschaft, verliehen. Seit dem Jahr 2000 werden jedes Jahr herausragende Predigten, aller Konfessionen geehrt und dadurch die Predigtkunst gefördert.

Die ausgezeichneten Predigten in diesem Jahr zeichneten sich besonders durch ihren narrativen Predigtstil aus. So war die „Beste Predigt“ dieses Jahres eine Predigt die im Dialogstil verfasst war. „Wir müssen unsere Fröhlichkeit nach außen tragen“, sagte Preisträgerin Anja Siebert und beschrieb ihre Tätigkeit in Berlin als anspruchsvolle Aufgabe, die nur durch die Zusammenarbeit aller Generationen zu leisten sei. Es sei wichtig „schwere Fragen des Glaubens einfach auszudrücken“.

Auch Emilia Handke, Studentin in Halle (Saale) unterstricht in ihrer Dankesrede, wie wichtig es sei Menschen deutlich zu machen, dass in der Kirche etwas Unerwartetes für jeden bereitstehe. Es gäbe dort etwas, was unser Leben deute. Religion sei meist kein ekstatisches Sondererlebnis, selbst wenn das von den Medien oft verbreitet würde.

Pfarrerin Lehmann-Etzelmüller platzierte eine kleine Spitze gegen die Äußerungen von Prof. Graf (theologiestudierende.de berichtete), in dem sie darauf verwies, dass in diesem Jahr drei Predigerinnen ausgezeichnet würden. Es gäbe also keinen Grund zur Sorge, dass durch zu viele Frauen ein Verlust der Intellektualität auf der Kanzel einträte. Die Kirche habe auch fast 2000 Jahre allein mit Männern auf der Kanzel überlebt.

Altbischof Stecher, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, sagte, dass das Ringen um das Wort kein Ende fände, weil es ein Ringen um Glaubwürdigkeit sei. Es sei immer wichtig für jeden Anlass neu die richtigen Worte zu finden und dabei nicht Wörter zu nutzen, deren Haltbarkeitsdatum längst überschritten sein, es sei aber auch wichtig nicht zu sehr in falsche Modernität abzugleiten.