Moment mal: Verhalten von oben, Niveau ganz unten?

Der Kampfspruch: „Jeder gegen jeden“, ist allgegenwärtig. In Deutschland und in der gesamten Welt steigt das Verlangen nach Kampf, Krieg und anderen blutintensiven Taten. Wo kommt das her? Woher kommt der wogenartige Wuchtschwung, der größtmöglichen Schaden verursacht?

Arroganz, Anmaßung und Machtbeweis spielen die Rolle vernichtender Schauspieler. Man behandelt die anderen nicht mehr gleichwertig, sondern sieht sich selbst auf dem Thron, hoch über ihnen: „Ich bin besser, weil ich reicher bin“, „Ich bin stärker, weil ich mehr Macht habe“, all so etwas beeinflusst die sich langsam entstellenden Seelen. Menschen, die meinen, andere belehren zu müssen, machen ihren Anfang vom Ende. Denn sie bewirken erst diese Ungleichstellung, nach dem Motto: „Ich bin schlauer als du und du hast auf mich zu hören“. Solche Aussagen verknüpfe ich mit dem Bild eines schwarzen, farblosen Clowns: schwarz ist undurchsichtbar, bedrohlich und verderbenbringend; farblos heißt substanzlos, bedeutungslos und läppisch. Und so tut jeder „clownische“ Witz auf Kosten der anderen letztendlich nur weh.

Individualität als Ausweg

Jeder ist für sich selbst verantwortlich und bestimmt die Früchte seines Geistes, seines Körpers und seiner Seele. Welchen Geist haben Menschen, die schaden wollen? Welcher Seele bedienen sich die arroganten Belehrer von heute? Welcher die von morgen? Die Spirale wird sich sicher noch weiter drehen und weitergebaut werden, bis irgendwann im Himmel nichts mehr zu sehen sein wird. Die Menschen sollten doch als Menschen behandelt werden. Als individuelle Menschen mit individuellem Verhalten, individuellem Verstand und individuellen Charakterzügen. Das Reich der Individualität möge zeigen, dass niemand über dem anderen zu stehen hat. Und wer das glaubt, dem möge der Boden unter den Füßen zersägt werden!

Gleichheit wahren

Egal ob amerikanische oder nordkoreanische Staatschefs. Egal ob es kleine Leute sind. Egal ob es Junge, Alte, Dicke, Dünne, Akademiker oder Handwerker, Schwule oder Heteros sind: Sich selbst auf ein höheres Level zu setzen und die eisige Luft der Arroganz in die Blutvenen aus Eis gelangen zu lassen, ist der schlechteste Ratgeber überhaupt! Jeder Mensch ist Mensch. Und weil er es verdient hat, Mensch zu sein, hat kein Mensch das Recht, dieses Menschsein durch kranken, irrationalen Narzissmus einzuschränken. Dahingehend sind alle gleich.

Individualität ist dabei das Von-innen-Kommende, was der Mensch selbst mitbringt. Die geforderte Gleichheit beschreibt das Von-außen-Kommende, eben durch Mitmenschen und der Gesellschaft an sich. Die Gleichheit schöpft  nämlich ihre Kraft aus eben dieser Gesellschaft bzw. sollte es im Idealfall, doch das ist so selten der Fall.

 

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33 Kommentare anzeigen

  1. Groß Hermann Josef

    Ich bin mit sehr Vielem einverstanden, was Sie analytisch beschreiben. Allerdings ist das Bikd des Clowns falsch gegriffen. Der Clown steht für Anderes

  2. Emanuel

    „Der Kampfspruch: „Jeder gegen jeden“, ist allgegenwärtig. In Deutschland und in der gesamten Welt steigt das Verlangen nach Kampf, Krieg und anderen blutintensiven Taten.“
    Ich hätte gern einen Beleg für die Behauptung, dass „alles immer schlimmer“ wird. Der Beitrag strotzt vor allgemeinen Setzungen, die einfach in den Wind geworfen werden. Ein Zusammenhang erschließt sich mir ebensowenig wie eine Argumentation. Analyse würde ich das alles nicht nennen. Vielleicht könnte man die Forderungen ernster nehmen, wenn Begründungen geliefert würden. Ein solches Ernstnehmen des Friedens- und Gerechtigkeitsgedankens fände ich selbst durchaus schön.

    • Oliver

      In der Theologie gibt es so etwas wie die Theodizee. Desweiteren gibt es in der Menschheit so etwas wie latente Boshaftigkeit. Und stell‘ Dir nun vor, wenn beides aufeinander prallt. Dann wäre doch es für die Betroffenen das gefühlte Erlebnis, dass „alles schlimmer „wird.

      • Emanuel

        Also der Antwortversuch auf die Frage, wie es in der Welt trotz eines allmächtigen und guten Gottes Leiden geben kann, trifft auf latente Boshaftigkeit des Menschen. Warum sollte hier alles „immer schlimmer“ werden? Beide Probleme sind so alt wie die Menschheit bzw. so alt wie das Konzept des allmächtigen und guten Gottes. Außerdem werden die Dinge unzulässig vermischt: Von menschlicher Boshaftigkeit Betroffene schieben das nun ihrem Gott in die Schuhe.
        Scheint mir keine substanzhaltige Erklärung für die These des Beitrags zu sein.

        • Oliver

          Fraglich ist ob die Frage von @Emanuel auch substanzhaltig gestellt wird. Wer entscheidet, was eine Substanz enthält, die für eine Erklärung oder Begründung ausreicht ? Der Diskurs lässt es doch bisher offen, ob obiger Beitrag einer substanzhaltigen Begründung erfordert. Hinsichtlich meiner Kritik an der Kritik scheint die Replik vielleicht stärker an Mängeln zu leiden, als sie selber mir gegenüber offenbart. Meine Aussage war, dass zwei Dinge aufeinander prallen, die es gibt. Die Theodizee erzeugt keinen Groll gegen menschliche Boshaft, sondern beides besteht parallel zu einander. Und wenn nun aus irgendwelchen Gründen es eine Zeit für die Theodizee gibt, so ergibt sich eine Verstärkung der menschliche Boshaftigkeit. Betroffene Menschen schieben „das erlebte Gefühl“ nicht Gott in die Schuhe, sondern den boshaften Menschen, die meinen, mit ihrer Boshaftigkeit etwas bewirken zu können. Der Widerstand der guten Menschen richtet sich gegen die boshaften Menschen – in diesem Sinne wird oft theologisch erläutert, ob ein Tyrannenmord gerecht sei – so wie ein gerechter Krieg. In diesem Sinne dürfen auch einfache Menschen den Pfarrer und seine Gemeinde bekämpfen, die geistlichen Machtmissbrauch begehen.

          • Emanuel

            Egal, was du nimmst, nimm entweder weniger oder mehr davon.
            Nur kurz ein Aspekt:
            Theodizee ist ein Konzept. Theodizee ist keine Beschreibung des Sachverhalts, dass es Menschen nicht gut geht, sondern „der Antwortversuch auf die Frage, wie es in der Welt trotz eines allmächtigen und guten Gottes Leiden geben kann“. Theodoízee kann also keinen „Groll gegen menschliche Boshaft“ erzeugen , es kann auch keine „Zeit für eine theodizee“ geben.

            • Oliver

              @Emanuel
              Wer etwas zitiert sollte wenigstens richtig zitieren und nicht den vorgegebenen Satz einer falschen Aussage zuführen.

              Meine Aussage war, dass zwei Dinge aufeinander prallen, die es gibt.
              Sowohl die Theodizee gibt es als auch die Boshaftigkeit von Menschen.

              • Emanuel

                Theodizee „gibt“ es nicht. Jedenfalls nicht so, wie es die Boshaftigkeit des Menschen gibt. Theodizee ist ein Modell, so wie der zweite Hauptsatz der Thermodynamik. Dieser existiert auch nicht gegenständlich, sondern lediglich als Konzept. So wie eben theodizee.
                Zum Zitat: fügen Sie gern noch ein „gar“ ein. Dann habe ich Sie zwar immer noch nicht richtig zitiert aber der Sinn meiner Verwendung Ihrer Worte erschließt sich vielleicht: es kann gar keine Zeit für theodizee geben. Weil das nur ein Konzept ist.

                • Oliver

                  @Emanuel
                  Falsch – es gibt die Theodizee – und richtig – es gibt eine Zeit für die Theodizee. Fraglich ist nur, ob man beides erkennt. Beides erkennt man in seiner Verstärkung, sofern jene aufeinanderprallen. Man könnte schreiben Theodizee sei eine Idee von Leibniz, aber bestimmt kein Konzept.

  3. Gummibär

    Interessanter Artikel, die Einleitung ist nett und lässt an Hobbes denken. Doch nicht die Natur sondern die (Todsünde) Arroganz zwingt die Menschen gegeneinander. Nun rät der Autor aber nicht zur Demut gegenüber dem wahrhaft Großen und zu Hohn und Spott gegen die aufgeblasenen Potentaten. Nein, er möchte, dass wir alle vom Urteil Abstand nehmen und uns gegenseitig respektieren, Besserwisserei sei alles andere, krankhafter Narzissmus. Nimmt er aber nicht selbst im Artikel eine Position des „Ich bin schlauer als Ihr (Mächtigen)“ ein?

    • Oliver

      Der Autor Andreas Kaufeld beschreibt in seinem obigen Beitrag zum Teil das Wesen des Menschen. Deshalb könnte es eine Beschreibung der menschlichen Natur sein, die er mit „Moment mal: Verhalten von oben, Niveau ganz unten?“ vornimmt. Diesbezüglich ist Arroganz, die Sie – @Gummibär – als Todsünde beschreiben, kein römisch-katholisches Element der Sündenlehre, sondern ein Aspekt in einer Aneinanderreihung neben „Anmaßung und Machtbeweis“. Hinsichtlich seines Artikels schreibt jener Autor nicht seine Meinung, Jedoch unterstellen Sie dem Autor, er habe ein „wir“ beschrieben – (wer gehört eigentlich zu Ihrem „wir“ dazu ?) – um Abstand von der eigenen Urteilsfähigkeit zu nehmen und Respekt dem anderen Menschen zu zollen. Meines Erachtens hat der Autor dies so nicht aufgeschrieben. Mir fehlt ein dementsprechender Beweis, ob er dies auch so sieht. Im Gegenteil, denn er spricht von Eigenverantwortung. Des Weiteren spricht er von der Menschenwürde eines jeden Menschen, die kein anderer Mensch beeinträchtigen darf. Der Autor spricht von der Pflicht zur Wahrung der Gleichheit. „Jeder Mensch ist Mensch. Und weil er es verdient hat, Mensch zu sein, hat kein Mensch das Recht, dieses Menschsein durch kranken, irrationalen Narzissmus einzuschränken “ Diesbezüglich ist das persönliche Angreifen des Autors mittels einer indirekten Frage verwerflich, ihn mit seiner eigenen Sprachfigur gleichzusetzen und somit zu unterstellen, er habe diese Position eingenommen. Es ist von Ihnen verwerflich – @Gummibär – evangelische Theologie durch die Brille der römisch-katholiscvhen Brille zu bewerten, ohne dass Sie Ihre Position als römisch-katholisch benennen.

  4. Gummibär

    Schön, wie Sie aufgrund einer Vokabel Konfessionen erkennen. Soviel zum Schubladendenken.
    Zweitens würde mich interessieren, was so falsch an meiner Annahme sei, der Autor äußerte im Artikel seine eigene Meinung. Ich habe den Artikel als Schrift des Autors an alle möglichen Adressaten (uns beide eingeschlossen) gelesen.
    Drittens würde ich gerne meinen Punkt (der natürlich spöttisch formuliert war) wieder aufgreifen: Wenn der Autor das von-oben-herab-belehren verurteilt und sagt, als Mensch dürfe man sich nicht so über andere Menschen setzen. Dann ist das logisch nicht konsistent, einerseits rät er allen „Egal ob amerikanische oder nordkoreanische Staatschefs. Egal ob es kleine Leute sind. Egal ob es Junge, Alte, Dicke, Dünne, Akademiker oder Handwerker, Schwule oder Heteros sind“ davon ab, andererseits stellt er sich selbst damit über alle.
    Schließlich frage ich mich noch, wo das spezifisch Christliche am Artikel ist, die Idee der Individualität ließe sich wohl noch in der Gottesebenbildlichkeit finden aber warum er Gott nicht erwähnt und am Ende Gleichheit im Zwischenmenschlichen und nicht Liebe fordert, geht mir nicht ganz auf.

    • Oliver

      @Gummibär
      Die herablasse Art und Weise, wie Sie schreiben, könnte man auch als ein Von-oben-herab-belehren einordnen. Die Benutzung von Wörtern ist an deren Bedeutung geknüpft. Sollten Sie nun tatsächlich den Bedeutungshorizont von Todsünde nicht kennen, so wäre es besser, wenn Sie jenes Wort auch nicht benutzen würden. Ähnlich verhält es sich mit dem „Christlichen“. Sollten Sie doch tatsächlich mit Ihrer Feld-Wiesen-Bauern-Weisheit nicht wissen, was konkret das Christliche in diesem Artikel ist, so verkennen Sie den Wert eines menschlichen Lebens. Gott ist in dem Von-innen-Kommende und Gott ist in dem Von-außen-Kommende.

      • Gummibär

        Ja, Sie haben recht, ich nehme durch meine Kritik, meinen Ton und meine Feld-Wiesen-Bauern-Weisheit eine von-oben-herab Haltung ein.
        Zu Ihren Punkten:
        1. Ja, sie haben recht, wenn man Worte benutzt, dann selbstverständlich in deren semantischer Dimension. Ja, die Todsünde ist aktuell mit dem Katholizismus konnotiert, aber vom Gebrauch des Wortes auf eine Konfession zu schließen ist vorschnell geurteilt – nach dieser Logik könnte ich Sie jetzt fragen, da Sie den Bedeutungshorizont von „Todsünde“ ihrer Aussage nach kennen, ob Sie römisch-katholisch sind.
        2. Das Christliche Spezifikum: Ja, sie haben recht, das Fazit des Artikels lässt sich wie das Doppelgebot der Liebe oder ein Verweis auf die Gottesebenbildlichkeit (wie oben genannt) lesen, nur könnte es in dieser Form auch in einem Lebenshilferatgeber stehen. Spezifisch Christlich würde es, meiner Ansicht nach, wenn es dem Doppelgebot nicht nur Strukturell ähnlich wäre sondern auch darauf verwiese. Gleiches gilt für den Gottesbezug, der wenn dann nur implizit vorhanden ist. Wie verkenne ich damit den Wert eines menschlichen Lebens?
        3. Hier noch mal mein Punkt: Ich finde die Absicht des Artikels nicht schlecht. Seinem Fazit kann ich aber nur bedingt zustimmen. Denn, und jetzt beziehe ich mit explizit auf das Doppelgebot der Liebe, vor Gott sind wir alle Gleich und wertvoll und den nächsten sollen wir lieben. Wie aber sieht Liebe aus? Ist sie nicht auch da, wenn ein Freund uns mit allen Mitteln vor einem Irrtum bewahren will, wenn er belehrt und spottet? Oder wenn unsere Eltern uns von oben herab belehren?

        • Oliver

          Da Sie versuchen, einen umgänglicheren Ton anzuschlagen, so bin ich auch bemüht, weniger konfrontativ zu sein.
          1.) Die Kenntnis über den Bedeutungshorizont von Wörtern bedeutet nicht, dass man deren Position vertritt. Vielmehr ist es hilfreich, in gewissen Diskursen eine Gegenrede zu formulieren, sofern man sich darauf einlassen möchte, bestimmte Aussagen einfach nicht so stehen zu lassen.
          2.) Es gibt kein „spezifisch“ Christliches. Die Art und Weise der Interpretation, die man über das Christentum anstellt, bezeichnet gleichzeitig die eigene Position, die man sich gegenüber „dem“ Christentum aneignet. Diesbezüglich könnte dies ein Gegenstand der Frömmigkeit sein, d.h. ein Zustand, der nicht messbar ist und nicht von außen bewertet werden kann.
          3.) Hinsichtlich einer Gruppendynamik könnte jener Frömmingkeitsbegriff aber missbraucht werden, um Gleichheit in der Gemeinschaft herzustellen. Jedoch hängt dieser Frömmigkeitsbegriff dann von den Machtverhältnissen innerhalb einer Gruppe ab, wie sehr die Frömmigkeit von den Leitern bei den Mitgliedern durchgesetzt wird. Bei den Mitgliedern der Gruppe setzt sich dann ein bewusster oder unbewusster Vergleichungsprozess ein, jenem Ideal des Christlichen zu entsprechen. Damit verkennt man aber den Wert des Menschen, ihn so zu lassen, wie er ist, sofern es Bestrebungen geben sollte, dem Menschen sein Menschsein zu nehmen, indem vorgeschrieben wird, wie ein Christ sich zu verhalten habe.
          Eingenverantwortung geht vor Gruppenverhalten. Des Weitern bezeichnet die Nächstenliebe theologisch etwas anderes als man sie predigt. In diesem Falle gehen Benutzung des Wortes und Bedeutung des Wortes auseinander. Aus diesem Grunde gibt es also auch Unterschiede zwischen Pfarrer und Gemeindemitglieder. Allerdings sind sie alle Menschen. Im Fazit des Artikels geht es um die Kraft aus der Gemeinschaft – explizit steht dort Gesellschaft – aber ich interpretiere es so, dass der Autor die Mängel in Christengemeinschaften angesprochen hat und wie sie zu beheben seien. Es ist durchaus alles eine Sichtweise bezüglich der Thematik Abendmahl – vermute ich mal so.

          • Gummibär

            Ich sehe unser Austausch wird auf Basis gegenseitigen Respekts fruchtbar geführt.
            1) Dann sind wir uns einig: Worte sind vielfach gebrauchbar und lassen nur in äußerst seltenen Fällen, z.B. beim Glaubensbekenntnis oder bei einer Selbstzuschreibung, Schlüsse auf Gruppenzugehörigkeit zu.
            2) Hier würde ich einwenden, dass „das Christentum“ eben das spezifisch-Christliche ist, verstanden als religiöse Tradition (mit Bibel, symbolischen Büchern etc.). Es ist der Gegenstand der Interpretation eines Jeden Einzelnen, aus dieser dann eine Position gewinnt. Die Tradition, auf die er verweist, bleibt dann ein Kriterium für seine Aussagen.
            3) Das ist spannend. Ich vermute, dass wir zwei unterschiedliche Lesarten des Artikels haben. Ich lese ihn eher mit Bezug auf die gesamte Gesellschaft, und dort fehlte mir ohne Spott und Belehrung die Möglichkeit Fehlern vorzubeugen bzw. diese bei sich oder anderen zu bemerken.

            • Oliver

              Ich finde es nicht richtig, Einigkeit zu postulieren, wo gar keine ist. Jedenfalls gehe ich mit Ihnen nicht konform, wenn es um Ihren vorstehenden Kommentar geht.
              1. ) Glaubensbekenntnisse haben nichts unmittelbar mit einer Gruppenzugehörigkeit zu tun, denn jene Glaubensbekenntnisse können auch manipuliert oder (falsch) anders interpretiert werden – z.B. hat die NAK eine andere Sichtweise auf das Apostolische Glaubensbekenntnis als die EKD. Ebenso sehen es die AcK-Mitgliedskirchen. Daher ist es durchaus sinnvoll, keine Schlüsse auf eine Kirchenmitgliedschaft oder auf sonst was zu tätigen, ohne nicht den Gesamteindruck zu analysieren.
              2.) Die Benutzung der Bezeichnung „Tradition“ zeigt den Weg zum Katholizismus auf. Obwohl auch einige orthodoxe Lutheraner gewissermaßen „traditionell“ sind, so gibt es kein „spezifisches“ Christentum. Die angeblich bibeltreuen Freikirchen sind weder bibeltreu noch traditionell. Ebenso verhält es sich mit der Täuferbewegung. Des Weiteren ist der Begriff „Symbolische Bücher“ konnotiert mit den orthodoxen Lutheranern, welche durchaus „spezifisch“ genesio-lutherisch sind, jedoch aber nicht „spezifisch“ christlich. Ich stimme Ihnen zu, dass es auf jeden Einzelnen zukommt, eine eigene Position für sich selber zu gewinnen.
              3.) Der Autor hat sich hier bereits geäußert, so dass meine, dass wir dies so stehen lassen könnten. Jedenfalls bin ich nicht Ihrer Meinung.

              • Gummibär

                Gut bleiben wir in Uneinigkeit.
                1) Sie haben recht, anhand eines Bekenntnisses, wie des Apostolicums, lässt sich nicht zweifelsfrei klären in welcher Kirche jemand Mitglied ist; klar abgrenzen kann man Menschen solcher Bekenntnisse aber z.B. von Leuten, die sich als Muslime verstehen.
                2) Mir geht es, wie oben ausgeführt nicht um ein „spezifisches Christentum“ sondern um etwas „spezifisch Christliches“. Das kann eine Rückbindung an alle möglichen Traditionen sein, das kann aber die Benutzung bestimmter Begriffe sein, die auf den Kontext dieser Tradition verweisen. Beides sehe ich im oberen Text nur auf einer sehr abstrakten Ebene.

                • Oliver

                  zu 2.) Das einzig „spezifisch“ Christliche, welches sich von anderen Religionen unterscheidet, ist die Geschichte von Jesus Christus, die so genannte gute Botschaft und die Evangelien. Eine Rückbindung auf Traditionen kann ich dabei nicht entdecken – außer man berufe sich auf das Judentum – welches ? Die drei großen Reiligionen sind nicht nur monotheistisch, sondern auch die einzigen Buchreligionen der Erde. Zum oberen Text stimme ich Ihnen zu, dass es sich hierbei eher um eine abstrakte Beschreibung handelt. Der Autor bezieht sich auf das Wesen des Menschen und nimmt eigene Wahrnehmungen war, ohne eine theologische Anthropoligie zu Rate zu ziehen. Man könnte sogar schreiben, dass er den Menschen vergöttlicht – jedoch beschreibt er im unteren Kommentar ein „wir“ und nicht unbedingt das Individuum an sich. Demnach gehen obiger Aufsatz und unten stehender Kommentar des Autors durchaus auseinander. Mir scheint, dass er theologische Dinge bemerkt, die er aber nicht als theologisch auffasst. Sein Ringen um Worte ist aber dennoch ein Bestandteil der Theologie, denn wenn man bedenkt, dass das Reden von Gott ähnlich ist – man ringt um Worte. Der fehlende Kontext auf Traditionen könnte ein Hinweis sein, dass der Autor eine andere religöse Sozialisation hat als Sie. Dies kann aber dann nur Ihr Problem sein, seine Frömmigkeit einfach so hinnehmen zu müssen, wie er sich äußert. Eben ohne Tradition

  5. Andreas KaufeldAndreas Kaufeld

    Guten Abend,

    Also ich freue mich sehr über jeden Kommentar.
    Es ist tatsächlich so, dass ich beim Schreiben dieses Beitrags weder an Theodizee noch an römisch – katholische Kirche gedacht habe.
    Es ging/geht mir wirklich um das Wesen des Menschen. Der Mensch kann grausam sein, er kann narzissistisch, er kann egoistisch und arrogant sein. Das Von-oben-Herab ist doch ein Schutzmechanismus von ihm, um sich von seiner eigenen Schwäche zu distanzieren. Der Mensch hat dabei selbst sein Schicksal, sein Verhalten, seine Emotionen in der Hand; nicht Gott, sondern der Mensch selbst. Die Macht als Steg über tosende Meere und undurchdringliche Gewässer.
    Es geht nicht darum, Macht über andere zu haben, sondern den Pathos für die Macht über sich selbst zu entdecken. Nur durch den Pathos erlangt man sie Macht über sich selbst. Nicht Gott schafft es, dass wir Macht über uns selbst haben, sondern wir.
    Das Los haben wir verloren, weshalb wir uns selber brauchen und auf uns selber achten müssen. Wer individuell ist, ist stark. Wer sich nur anpasst und alles von unten betrachtet, ist schwach.
    Aktivität gegen Passivität, Stärke gegen Schwäche und Übermacht gegen Übermacht.
    Theodizee oder Gottes Einfluss haben darin keine maßgebliche Bedeutung, denn nur wir Menschen selbst können uns auf den Gipfel eben dieser Macht über uns selbst verhelfen und das Seil zur Befreiung der Schwäche ergreifen, mit fester, entschlossener Hand und eisernen Mut! Es liegt doch in unserem Ermessen, in unserer aktiven Leidenschaft dem Leben bejahrend entgegenzustehn.
    Und ja:es ist auch eine Meinung von mir, wenn ich sowas sage.

    Ein Clown kann viele Seiten haben:er kann witzig sein, aber eben auch ein trügerisches Geschöpf. Dort gibt es zwei Medaillenseiten, und ich habe dafür die recht Negative gewählt, nämlich eher die Horrorclownseite.

    Wer einen Beweis fuer das Immer – schlimmer – Werden möchte, der möge doch seine wohl sehenden Augen auf die Kriminalstatistik werfen sowie im Alltag die Moral und die Ethik der Menschen beäugen. Fällt dann nicht eventuell etwas auf?

    • Emanuel

      Habe nichts „gegen“ ihre Ideen, Sie sehen das eben so. Aber ich finde diese letzte Überzeugung doch ein wenig problematisch („Wer einen Beweis fuer das Immer – schlimmer – Werden möchte, der möge doch seine wohl sehenden Augen auf die Kriminalstatistik werfen sowie im Alltag die Moral und die Ethik der Menschen beäugen. Fällt dann nicht eventuell etwas auf?“)
      Also soweit ich weiß, geht die Kriminalstatistik zurück. Was ist mit der Moral der Menschen? Soweit ich sehen kann, gab es moralische Probleme schon, seit es Aufzeichnungen gab. Wenn man sich mal Visitationsprotokolle aus der Reformationszeit ansieht, stellt man fest, dass damals auf den Dörfern viel mehr „moralisch fragwürdiges“ (je nach dem, was Sie jetzt unter Moral verstehen) passiert ist. Sozusagen richtige Orgien usw. Wenn man sich weiter die Quellen anschaut, stellt man fest, dass die Mordrate viel höher lag (Stichwort ethische Probleme). Deswegen frage ich mich: ist dieses „es wird alles immer schlimmer“ ein messbar belegbares Phänomen oder doch nur die Kehrseite eines vermeintlichen „früher war alles besser“? Und mein Eindruck ist, wie Sie sehen können, dass eher zweiteres der Fall ist. Sicherlich, weil wir heute medial alle Problemfälle, die Kriege am anderen Ende der Welt und den Mord im Entgegengesetzten Zipfel Deutschlands mitbekommen. Aber nur, weil früher darüber nicht so sehr berichtet worden ist (werden konnte), heißt es doch nicht, dass es das nicht gab.

  6. Gummibär

    @ Oliver
    Ungern würde ich die Diskussion an dieser Stelle beenden. Ich würde dem spezifisch Christlichen noch die Geschichte der Interpretationen des Evangelium und Jesus Christus hinzufügen.
    Äußerte sich der Autor in einer beliebigen Tageszeitung in als Kolumnenautor, dann würde ich es mich nicht wundern nur Äußerungen eines subjektiven religiösen Gefühls zu lesen. Bei einem Studenten der evangelischen Theologie nicht wenigstens einen Schriftbezug zu lesen ist etwas mau.

    • Oliver

      @Gummibär
      Sofern ich diesen Blog richtig verstehe, so schreiben Theologiestudierende für Theologiestudierende. Fraglich ist, ob Sie eine theologische Ausbildung absolviert haben. Das Zitieren aus der Bibel ist nicht hilfreich bei theologischen Problemen, die interkonfessionell sind, zumal die Interpretation einer Bibelstelle auch bei unterschiedlichen Bibelauslegern verschieden gedeutet werden, insbesondere dann, wenn fundamentalistisch eingestellte Personen – so wie Sie es anscheindend sind – sowieso ein falsches Verständnis von der Bibel haben.

  7. Emanuel

    @Oliver: – theodizee: „philosophische und/oder theologische Theorie, die zu erklären versucht, wie ein guter und allmächtiger Gott eine Welt erschaffen konnte, die so viel Leid enthält“
    – „beides“?
    – „beides erkennt man in seiner Verstärkung“ ??

    – die übrigen Diskussionen hier: es scheint mir amüsant, wie Sie so unglaublich arrogant andere Leute in Kategorien einordnen, die lediglich Ihren Vorurteilen entsprechen, nicht aber durch die Kommentatoren verbal direkt geäußert werden. Ihre eigene Arroganz oder Engstirnigkeit entschuldigen Sie dann damit, dass die anderen arrogant seien (oder engstirnig oder unstudiert oder theologisch der falschen Richtung zugehörig). Also: was auch immer Sie nehmen, nehmen Sie mehr (dann wird’s lustiger) oder weniger (dann kann man Sie vielleicht ernstnehmen) davon.

    • Oliver

      @Emanuel :
      Interessant ist es, wie Sie und andere gegen die EKD protestieren, ohne deren Theologie zu kennen. Ihren Einwand zur Theodizee ist indisktuabel, da Sie keine Argumente einführen. Des Weiteren scheinen Sie keine Kenntnisse darüber zu haben, wie der Gottbegriff in der lutherischen Theologie und in der reformierten Theologie auseinanderfällt. Hinsichtlich Ihrer Argumente ad personum weigere ich mich auf Ihre Beleidigungen einzugehen. Sie diskutieren hinsichtlich des obigen Artikels nicht sachgerecht. Ich empfehle Ihnen die Lektüre von : Jan Rohls, Theologie reformierter Bekenntnisschriften von Zürich bis Barmen (Uni-Taschenbucher) 1987.

      • Emanuel

        Ach Oliver, Sie lustiger alter Knabe, jetzt protestiere ich („und andere“ – ?) also gegen die EKD (1) und das, ohne ihre Theologie zu kennen (2).
        (1) Wo genau habe ich das? Weil Sie die EKD sind, Oliver? Ach, du bists, Heinrich! Erschließt sich mir jedenfalls nicht. Mein Einwand gegen den Artikel war ja lediglich, dass m.E. nicht immer alles schlechter wird. Ist das Protest gegen die EKD?
        (2) „Die“ Theologie der EKD? Die ist doch plural, also es gibt nicht nur eine. Und was wissen Sie schon, was ich kenne?
        Mein Argument zur Theodizee ist, und ich verweise wiederholt (und im Gegensatz zu Ihnen) auf Bezüge außerhalb meiner selbst, dass diese ein Konzept ist. Das IST mein Argument gegenüber Ihnen, dass Theodizee nicht Beschreibung einer Tatsache, sondern „erklärendes Modell“, eine Theorie ist.
        Von Gott habe ich hier in der Diskussion noch nie gesprochen. Also kann ich auch keine Unterschiede missachtet haben.
        Hinsichtlich des obigen Artikels diskutiere ich im Sinne von: m.E. stimmt da eine Wertung nicht. Das ist mein Erachten. Meine Argumente dazu haben Sie auch nicht widerlegt. Also wagen Sie es nicht, von Sachgerechtheit zu reden.
        Was sollte das Buch für meinen Einwand, „es wird nicht alles immer schlechter“ bringen? (Unbenommen, dass es ein interessantes Buch ist.)

        • Oliver

          @Emanuel

          Anscheinend können Sie nicht lesen :

          Da Sie weder ein Theologiestudent sind, noch theologisch in einem Fachgebiet arbeiten und dies auch noch auf dem evangelischen Sektor der EKD, so schließe ich die Diskussion mit Ihnen !!!

          Vielen Dank für Ihre Beleidigungen !!!

  8. Emanuel

    Ganz ruhig! Sonst verlieren Sie zu viele Ausrufezeichen!
    Schön, wie sie über die Qualifikation anderer urteilen. „Amtsdünkel“ eines Studierenden? Ziemlich albern jedenfalls. Aber auch lustig, wie sie bis zuletzt nicht auf den Inhalt eingehen (können), sondern sich an Ihren Vorurteilen festhalten.
    Ich habe Sie sehr gern beleidigt. Das macht bei Ihnen irgendwie Spaß. Sie nehmen das alles so ernst. Wenn Sie mal mehr davon brauchen, sagen Sie ruhig bescheid, ok?
    Dann noch ein fröhliches Studieren. Vergessen Sie nicht, wie wichtig Sprachen und Bibelkunde fürs Examen sind, das verliert man zwischendurch leicht aus dem Blick.

    • Oliver

      Ihre Polemik ist menschenverachtend und entspricht weder der Bibel noch der Grundlage der EKD. Insbesondere verstoßen Sie gegen Regeln des allegmeinen Anstandes. Klar ist es, dass, wenn man Ihren Diskurs nachgibt, man ebenso zynisch wird wie Sie. Und dies habe ich nicht vor. Vielelicht hinterfragen Sie sich mal, ob Sie nicht Buße tun sollten, die Ihre Macht der Sprache kann man nicht mehr tolerieren.

      • Oliver

        oder so ;-)

        Diskussion hier von mir beendet !

        • Emanuel

          Aber das haben Sie doch oben schon. Sie sollten nicht die rechte Hand schreiben lassen, wovon die Linke nicht weiß. Ich fürchte sonst um Ihre argumentative Klarheit.

          • Oliver

            Blödsinn – Sie provozioeren nur und sind der Boshaftigkeit verfallen, Ihre Macht zu demostrieren. Viel Spaß weiterhin mit Ihrer Polemik !
            Übrigens – ein Abwehrverhalten ist kein Diskussionsbeitrag, sondern die Aufforderung an den Webmaster, hier die Kommentarfunktion zu diesem Beitrag für alle zu sperren !!!

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    Im Namen der Redaktion, Mara

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