Moment Mal: neues Jahr so neu? Erwarten, Hoffen, Glauben

Die Zukunfsfragen

Das neue Jahr ist noch frisch, die Farbe ist noch nicht getrocknet, wir schreiben den 8.1.18: Es liegen zwölf Monate vor uns, die uns fragen lassen: was wird kommen? Welche Überraschungspakete werden wir öffnen dürfen? Welche Mauern werden sich vor uns auftürmen? Gibt es Sonne, Regen, Sturm? Wird vielleicht doch alles besser? Oder schlechter?
Die Glückwünsche alleine bringen wenig: nur weil man jemandem „Ein frohes neues Jahr!“ wünscht, muss es nicht unbedignt froh werden. Neu hingegen ist es zweifelsohne.

In Ewigkeit Amen 

Nicht zum ersten Mal erleben wir Menschen die Geburt eines neuen Jahres und den Tod des Alten. Das alte Jahr versinkt im tödlichen Wust der Geschichte, das Neue stiftet uns an, weiterzudenken und handeln. Wer 30 Jahre alt ist, hat alle dies schon 30 Mal erlebt. Die ewige Wiederkunft hat uns wieder einmal erfasst und wird uns auch so bald nicht loslassen! Was wir draus machen, ist aber in großem Umfange beeinflussbar, in etwas so wie Sturmböen die Wellen auf dem Meer beeinflussen.

Der Fremdenfakt

Wenn Bernhard Waldenfels vom „Stachel des Fremden“ spricht, so müssen wir sagen, dass uns nichts anderes zu Beginn eines neuen Jahres erwartet. Das neue Jahr ist uns fremd: wir haben uns noch nicht dran gewöhnt, es noch nicht verinnerlicht, sondern gerade einmal begrüßt. Zwöf lange Monate kommen zu uns und wollen uns verwöhnen, erschrecken, deprimieren, erfreuen. Werden wir vor Freude oder vor Trauer heulen? Siegt das Lamm oder der Wolf?

Alles im Rahmen

Verglichen mit einem Bilderrahmen lässt sich sagen: der Rahmen ist gleichbleibend, aber das Bild wechselt: Eines mit Sonnenschein, Strand und Zufriedenheit ist unser aller Ziel, eins voller Trauer, Einsamkeit und Dunkelheit unser aller Furcht. Ob früher wirklich alles besser war oder nicht, wird sich im Laufe des Jahres noch zeigen. Ob wir das Bild am Jahresende wieder zerreißen oder doch lieber vergolden wollen, ist unklar.

Zwangsstörung Veränderung?

Immer muss alles neu gemacht werden, alles muss moderner werden. Stillstand ist Rückwärtsgewandtheit. Völliger Unsinn! Man kann getrost auch bei den Leisten bleiben, die uns unser Schuster angefertigt hat. Ein neues Jahr kann auch mit dem Herkömmlichem und Altbewährtem gut werden. Wer es unbedingt neu braucht und meint, sonst vom Smog der Vergangenheit vergiftet zu werden, kann sich natürlich darauf stürzen, aber unbedingt notwendig ist es nicht!

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