Moment Mal: Vorsätze zu Neujahr Alles wird besser, alles wird neu...

Was steckt eigentlich drinnen, im „Vorsatz“? Es dürfte sich dabei um einen Satz handeln, den man vor dem eigentlichen Satz spricht. Also bevor man den Satz schlussendlich „durchführt“ (sagt), denkt man einmal an. Der Vorsatz eben. Und angedacht darf viel werden. Die Menschen in meiner Umgebung – mich mit eingeschlossen – denken viel an: Mit dem Rauchen aufhören, weniger essen, mehr Sport, mehr für die Familie, gewissenhafteres Lernen und, und, und.

Aber andenken heißt lediglich, einen Anstoß geben. Nicht einmal der Gedanke wird zu Ende gedacht. Man spricht vor, man denkt an, aber an der Durchführung hapert es bereits. Und somit bleibt Angedachtes und „Vorgesatztes“ meist auf der Strecke liegen. Nach einer Woche hat man doppelt so viel geraucht, doppelt so viel gefressen, halb so wenig gelernt und erst recht keinen Sport getrieben. Das alte Leben hat einen wieder. Der 01. Jänner ist zu einem 0815-Datum geworden. Ein Tag, wie jeder andere auch. Und obendrein stellt uns alleine schon die deutsche Sprache ein Haxl, indem sie uns weder das Andenken noch das „Vorsatzen“ tatsächlich vollenden lässt. Ein Jammer.

Weg mit dem Vorsatz

Es mangelt also an allen Ecken und Enden. Als hätte sich Charlie Harper – aus der US-Sitcom „Two and a Half Men“ – eine Idee ausgedacht, die er dann ein paar Minuten später wegen Unzulänglichkeiten wieder verwerfen muss. Auch dieser Harper hapert mit so manchen Vorsätzen herum, er quält sich teilweise daran ab und schlussendlich tut er das, was viele Menschen tun: Er säuft sich den Vorsatz schnell wieder weg. Und so richtig schlimm erwischt es die Menschen, die bereits so weit sind, dass sie selbst Vorsätze andenken. Also Schluss und weg mit dem Vorsatz, er ruiniert die Menschen!

Sprechen wir etwas aus, schreiten wir zur Tat. Denken wir die Dinge bis zu Ende durch! Durchdenken statt andenken. Sprechen statt vorsagen. Täglich aufs Neue. So, wie in der Taufe Zusage geschieht. Sie führt durch Wort und Tat zur Veränderung. Und Luther spitzt die ganze Sache zu, indem er mahnt, dass jeder Christenmensch die Taufe Tag für Tag neu vollziehen soll und den alten Adam dabei ersäufen muss. Am Beispiel der Taufe lässt sich sagen, dass jeder Tag ein erster Jänner ist. Und in jedem Tag vollzieht sich neu das Gesagte. Also: Auf, auf, ihr Herzen!

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