Schritt für Schritt Richtung Ökumene

Veröffentlichung eines gemeinsamen Positionspapieres der Fachschaftsräte der Katholisch-Theologischen Fakultät und der Evangelisch-Theologischen Fakultät Münster

Wir sind zur Einheit berufen. Als angehende Theolog*innen verstehen wir uns als Teil der Gesellschaft und als Bausteine der Kirche von morgen. Unser gemeinsames Ziel ist es, die vielfältigen Erfahrungen der Theologiestudierenden beider Konfessionen zusammenzuführen und der Verantwortung für die Ökumene auch im Studienalltag Bedeutung zu verleihen.” So heißt es in dem heute veröffentlichten Positionspapier der Fachschaftsräte der beiden größten deutschen Fakultäten für katholische und evangelische Theologie aus Münster.

Anlässlich des Reformationsjubiläums haben die Fachschaft der katholischen und die Fachschaft der evangelischen Fakultät aus Münster ein gemeinsames Positionspapier zur ökumenischen Zusammenarbeit erarbeitet und verabschiedet. Die künftige Zusammenarbeit wird in zehn Positionen festgehalten, zu denen sich die Fachschaften in Zukunft verpflichten. Ausgehend von einem wertschätzenden und respektvollen Miteinander stellen sie die persönliche und individuelle Freiheit der eigenen Überzeugungen – mit dem Ziel des andauernden Dialogs – in den Mittelpunkt ihres Papieres.

Neben der Kooperation bei hochschulpolitischen Themen – wie beispielsweise dem Bau des neuen Hüffer-Campus – werden die beiden Fachschaften sich auch zu Fragen des Studiums beratend zur Seite stehen. Ebenso werden sie es der Studierendenschaft ermöglichen, in Freundschaft theologische Gemeinsamkeiten und Differenzen zu ergründen und zu diskutieren. In den vergangenen Monaten gab es bereits einige Kooperationen, wie etwa im September 2017 den gemeinsamen Besuch des ökumenischen Festes in Bochum. Ebenfalls wurden die Studierenden zum Anfang des Wintersemesters 2017/18 als Gäste an beiden Fakultäten willkommen geheißen.

Die Fachschaften der Katholisch-Theologischen und der Evangelisch-Theologischen Fakultät Münster vertreten mit etwa 50 Fachschaftsmitgliedern nahezu 4000 Studierende an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Für das Jahr 2022 ist ein Umzug in den bis dahin neu errichteten Hüffer-Campus geplant, in dem neben der Evangelisch-Theologischen Fakultät und der Katholisch-Theologischen Fakultät auch das Institut für Islamische Theologie untergebracht werden sollen.


Seit etwa acht Monaten gibt es nun schon die ökumenische Zusammenarbeit der Fachschaften der katholischen und evangelischen Fakultät in Münster. Aus dieser Zusammenarbeit ist jetzt ein Positionspapier entstanden.
Dieses Ziel war so anfänglich gar nicht intendiert. Am Anfang stand bloß die Idee, die beiden Fachschaften näher zu bringen. Dieses Bestreben entsprang dem einfachen Grund, dass bis 2022 der Campus der Theologien gebaut werden soll. Um uns darauf vorzubereiten, wählten beide Fachschaften einen „Ökumenereferenten“.
Das Thema interessierte mich und, obwohl ich nicht im „Arbeitskreis Ökumene“ war, wurde ich gewählt. Gleichzeitig war mir nicht bewusst, wie viel in den nächsten Monaten passieren sollte.
Erste vorsichtige Annäherungsversuche waren ein gemeinsames Grillen und gegenseitige Besuche in den Fachschaften.
Ein kleines Highlight war die katholische Fakultätsparty, bei der nicht nur um den Luther getanzt, sondern anschließend auch von den Protestanten geklaut wurde. Dabei entstanden mehr und mehr kleine und größere Freundschaften.
Am Ende dieses Prozesses steht nun das gemeinsame Positionspapier und das Interesse, die Freundschaften weiter auszubauen und künftige Fachschaftler*innen direkt in die ökumenische Zusammenarbeit einzuführen.

 

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