Moment mal: Die Bekannten kommen

Es ist Sonntag. Gestern sind die Freunde wieder abgereist. Zwei Freunde aus Deutschland haben mich und andere im schönen Wien besucht. Beide haben ein bis zwei Semester lang in Wien studiert, wodurch ein gewisser Freundeskreis entstanden ist. Und sie kommen immer mal wieder im Jahr vorbei, denn die Menschen dieser Stadt sind ihnen einfach ans Herz gewachsen. Ich freue mich immer riesig darauf. Aber so ein Besuch braucht auch Vorbereitungsstunden. Wo können die Gäste übernachten (nicht einfach zu organisieren in einem Studierendenheim)? Was möchte man dieses mal mit ihnen unternehmen? Schmeckt ihnen auch, was man so geplant und eingekauft hat? Wobei letztere Frage mit einer Textzeile der Stoakogler einfach zu beantworten ist:

An Aufschnitt, a Bratl, an Wein, a Kistn Bier

„Na oisdann!“ Nach einer langen Busreise sind die Freunde endlich da. Man begrüßt sich herzlich, man fragt, wie die Reise war, man zeigt die Schlafgemächer, man geht die ungefähre Tagesplanung durch. Der Steffl (Wiener Stephansdom), der Graben, die Fiakerfahrt (Kutschenfahrt) und noch so vieles mehr: Das ist den Beiden schon bekannt. Aber es gibt zahlreiche – mir selbst zum Teil unbekannte – Orte in Wien, bei denen sich ein Besuch wirklich auszahlt, wie zum Beispiel das Bestattungsmuseum am Zentralfriedhof. Dieser Vorschlag kam von den Gästen. Ich wäre nie auf diese Idee gekommen. Und schon ging’s los mit der Bim (Straßenbahn) in Richtung Bestattung. Nach diesen Aktivitäten kam schließlich der Abend und man betrat den Heurigen (Weingasthaus), um für das nötige leibliche Wohl zu sorgen. Was dabei dann in etwa so geredet wird, das fassen die Stoakogler mit folgenden Worten zusammen:

Sie redn übers Wetter, wias um die Nachbarn steht,
wer heirat, a Kind kriagt und wer auf d` Seitn geht.

Die Gestaltung der weiteren Tage verläuft in etwa gleich. Aber alles hat ein Ende, und so stand gestern der Abschied an. Jetzt sitze ich in meinem Zimmer – was tun? Irgendwie habe ich keine Lust auf eine weitere Uniwoche, irgendwie möchte ich noch „ein bissl“ weitermachen in puncto Freizeit und so. In diesen Fällen ist es schwer, kraftvoll in die neue Woche zu starten. Aber dieses Gefühl bleibt nicht lange, denn rasch bemerke ich, wie viel ich noch für die Uni zu erledigen habe. Schnell kippe ich wieder in den Alltag hinein, übrig bleibt aber eine schöne Erinnerung. Und schöne Erinnerungen braut’s viele, denn sonst macht das Leben ja keinen Spaß.

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