Moment mal: Wozu es Mut braucht Nächtliche Gedanken zu den Pfingstferien

Zur Zeit sind Pfingstferien. Pause Allerorten. Es wird ja immer wieder darüber gewitzelt, das sich alle über Pfingsten freuen — weil dann frei ist, und Sommer — aber keiner so genau. In der Apostelgeschichte lässt sich das gut nachlesen, was an Pfingsten geschehen ist und warum wir jetzt frei haben. Viele können mit Pfingsten nicht all zu viel anfangen, zu spirituell — und Jesus war auch nicht dabei.

Jetzt sitze ich hier am Schreibtisch, um 23:30, und sinniere über Pfingsten, und diese Kolumne. Da fällt mir beim Durchblättern des Gesangbuchs ein Pfingstlied in die Hände. Dort heißt es in der letzten Strophe:

„Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis.“

Dieser Vers stammt von Martin Luher. Da geht es irgendwie nicht mehr nur um Sprachen und Zungen. Da geht es um Mut. Um den Mut, dem großen Feind entgegenzutreten. Wenn ich länger drüber nachdenke, finde ich das logisch. Ja, bei Pfingsten ging es um Mut. Eben, weil Jesus nicht mehr da war. Die Jünger brauchten Mut, um ohne den leibhaftigen Christus die frohe Botschaft zu verkünden. Das ist der Punkt, mit dem sich viele bis heute schwer tun. Auch wenn der Mensch Jesus Christus nicht mehr auf der Erde umher geht, so ist er doch bei uns: Feiert mit uns Abendmahl, tröstet die Trauernden, freut sich mit den Heiratenden und hält schützend seine Hand über Täuflinge.

Und darum macht Pfingsten Sinn. Weil es uns daran erinnert, dass unser Glaube nicht bloße Tradition ist. Und dass das Evangelium eine frohe, mutige Botschaft an uns sendet. Die Frage nach dem Mut ist auch eine ganz private Frage. Wann brauchen wir Mut und jemand, der uns dabei unterstützt? Egal in welchen Bereichen unseres Lebens. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr denke ich: Pfingsten ist ein Fest des Mutes. Eines, das uns daran erinnern soll, dass wir nie alleine sind, egal wo wir sind, woran wir zweifeln und welche schwierigen Entscheidungen wir treffen müssen.

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