Moment Mal: Gottes Zeit feiern (Gen 2,1-4) Augenblick Mal! 7 Wochen ohne Sofort

Alles hat seine Zeit, hieß es am Anfang der Fastenzeit. Vorbei ist nun die Zeit des Verzichts, des Fastens und der Besinnung. Für uns Studierende heißt das auch: Bis zu den sommerlichen Semesterferien gibt es keine Pause vom Lernen, Schreiben und Schlangestehen in der Mensa – die Zeit wird knapper.

Hinter mir liegen sieben Wochen ohne soziale Netzwerke. Wie viel Zeit lässt sich dadurch gewinnen! Besonders in den drei Urlaubswochen: Statt darüber informiert zu werden, welche Partys von welchen Freunden besucht werden, hatte ich Zeit, neue Freundschaften zu knüpfen. Statt auf Twitter zu verfolgen, welche politisch korrekte Sau gerade durchs hellblaue Paradies gepeitscht wird, blieb mir Zeit, mit den gestrandeten Verfolgten der syrischen Hölle zu sprechen.

Gut, auf die Frage: „Do you have Facebook“ musste ich antworten „Not at the moment“, aber so sammelt sich nun eine stattliche Zahl von Email-Adressen in meinem Notizbuch. Nun ist die Fastenzeit aber vorbei; jetzt heißt es für mich, meine digitalen Netzwerke wieder in meinen realen Alltag zu integrieren. Aber alles zu seiner Zeit – einen Tag Pause in der Woche möchte ich mir gönnen.

Schließlich gönnt sich ja auch Gott eine Pause. Der Alltag steht still; denn jetzt ist Sabbat. Der Schöpfer, so erzählt es Genesis 2, krönt sein Tun mit einem zurückgelehnten und zufriedenen Blick auf das eigene Werk. Nicht der Mensch, sondern der Sabbat ist Krone und Ziel der Schöpfung!

Aber was wäre der Ruhetag ohne die hektische Betriebsamkeit des Alltags? Nichts weiter als gepflegte Langeweile. Hätte man nicht im Überfluss, könnte man sich nicht in Verzicht üben – denn erzwungenen Verzicht nennt man Armut. Erst durch den Kontrast entfaltet der Ruhetag seine wohltuende Wirkung; in der Abwechslung von Genuss und Verzicht spürt man etwas von der Fülle des Lebens.

Und ohne die Verzweiflung am Karfreitag – Gott ist tot! – schmeckt auch die Freude über die Auferstehung fad. Alles hat seine Zeit; die Fastenzeit hat die ihre gehabt. Zeit, zu genießen!

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