Moment Mal: Nicht sofort drankommen (Mt 20,16) Augenblick mal! 7 Wochen ohne Sofort

Die Ersten werden die Letzten sein und die Letzten werden die Ersten sein.

Die sieben Wochen ohne Aktion schickt ihre Leser_innen mit diesem Spruch durch die Fasten-Halbzeit und will zum Entschleunigen anregen.

Fürs eigene Leben schön und gut: warum nicht mal mit besserer Laune am Bahnsteig stehen, wenn der Zug wieder nicht kommt oder genüsslich selbst kochen, statt schnell beim Lieferservice zu bestellen? So weit, so vorschnell entschleunigt.

Es ist zu einfach, die Sache mit den Letzten und den Ersten nur als zur Achtsamkeit und Entschleunigung mahnende Verse zu lesen, denn es gibt da durchaus eine Kehrseite: Die Beschwichtigung ganzer Gruppen von Letzten. Nicht die, die immer noch auf den Lieferservice, ersehnte Mails oder Onlinebestellungen warten, sondern die Gruppen von Menschen, die weltweit ausgebeutet, unterdrückt oder übersehen werden. Die „Verlierer_innen der Gesellschaft“, diejenigen, die im immer schneller werdenden Kapitalismus nicht mehr hinterherkommen.

Die Letzten, es sind ganz schön viele. Wenn sie nicht resigniert sind, rufen sie dem „Die Letzten werden die Ersten sein“ etwas entgegen. Ein Wort, vier Buchstaben: „Wann?“ Mit dem Blick auf Ostern kann es darauf doch eigentlich nur eine angemessene Antwort auf die Verheißung geben: „Sofort!“

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