Lobet ihn mit Posaunen (Psalm 150, 3) Engagement (wieder) zeigen?
Foto Toni Schmidt

Immer wieder Sonntags. Es predigen tausende Pfarrer in tausenden Gemeinden, hier in Deutschland. Seit Jahrtausenden gehört Kirchenmusik zum Repertoire dazu. Dazu gibt es auch verschiedene Instrumente. Angefangen bei der Orgel, manche nennen sie auch die Königin der Musik. Aus dem heutigen Gottesdienst ist sie weiterhin nicht wegzudenken, hat sie doch schon seit Jahrhunderten die Hauptrolle inne. Jedoch befindet sich alles im Wandel, ebenso auch dieser Bereich der Ausgestaltung kirchlicher Veranstaltungen. Es etablieren sich neue Musikgruppen, wobei vor allem in Jugendkirchen und charismatischen Gemeinden Bands einen immer größer werdenden Platz einnehmen.

Oft vergessen: Posaunenchöre. Kinder staunen oft über diese. Sie fragen ihre Eltern, warum denn die Instrumente so glänzen. Selbst Erwachsene meinen oft, dass die Hörner, Trompeten und Posaunen mit Gold legiert sind. Ehrlicherweise gibt es sogar solche Blechblasinstrumente, leisten kann die sich jedoch nicht jeder. Schick aussehen tun diese trotzdem.

Ab und an treffen sich sogar riesige Gruppen dieser Musiker. Zuletzt geschehen beim Evangelischen Deutschen Posaunentag 2016 in Dresden, als etwa 30.000 Bläser und Bläserinnen das Dynamo-Fußballstadion füllten und mit dem Rahmenprogramm Abwechslung in den Alltag brachten. Zum Reformationsjubiläum werden in Wittenberg bei einer Bläserserenade 20.000 Bläser erwartet. Bei solchen Mengen ist ein schiefer Ton dann auch mal verschmerzbar.

Wöchentliche Proben. Tägliches Üben. Für Studierende, die in einer solchen Gruppe tätig sind, ist dies die Regel. Wer an den Musikstücken gewissenhaft arbeitet, wird die Zuhörer mit einem guten Klang entschädigen. Teilweise gibt es sogar so professionelle Bläsergruppen, dass diese reihenweise Konzertsäle füllen und von den Einnahmen leben können.

Das wird aber nicht das erste Ziel eines Studierenden sein. Hier ist man meist froh, dass eigene Studium unter einen Hut zu bekommen. In der Prüfungszeit ist oft an das Üben des Instrumentes gar nicht zu denken, hierfür fehlt schlichtweg die Zeit, geschweige denn, man spielt überhaupt ein entsprechendes Instrument. Trotzdem. Es ist eine Herausforderung, gemeinsam mit anderen – jung und alt, „Küken“ und Profis – ein Stück zu erarbeiten. Und dies muss nicht immer ein Choral sein, inzwischen gibt es genügend Literatur welche es erlaubt, neben klassischen auch exotische Musikstücke zu proben. Ohne Fleiß jedoch kein Preis, hier greift das alte Sprichwort.

Ich selbst spiele seit beinahe 10 Jahren in einem Posaunenchor, davon 8 Jahre äußerst aktiv. Mit dem Beginn des Studiums kann ich zwar nicht mehr jede Woche zum neuen und nur noch selten zum alten Chor zurück gehen, dafür genieße ich die gemeinsamen Proben umso mehr. Die ehemals 20 Auftritte im Jahr wurden auf eine einstellige Zahl reduziert, was das Studium und weitere Tätigkeiten nicht beeinflusst. Und täglich die Stücke zu üben, dies habe ich schon vor Jahren aufgegeben.

Kirchenmusik ist oftmals ein Ehrenamt, das man ausübt. Nur wenige Organisten werden bezahlt, ebenso sind Kantoren oftmals für mehrere Gemeinden zuständig. Wer sich dem Posaunendienst zuwendet, wird ebenfalls keine allzu große Entschädigung erhalten. Lediglich die Mitarbeiter von Posaunenwerken werden entsprechend vergütet. Kurz gesagt: Geld erhält man in der Regel nicht, man muss in Pflegemittel und ähnliches investieren.

Abschrecken lassen sollte man sich jedoch nicht. Zum einen: man spielt immer noch zur Ehre Gottes und erweist einen wichtigen kirchlichen Dienst. Zum anderen: Der Lohn des Musikers (auch für Laien), ist immer der Applaus am Ende.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.