Idea und der Islam Blattkritik und Einordnung

Kollege Melzer hat am Montag seinen Unmut über einen Kommentar in der aktuellen Ausgabe der idea Spektrum geäußert: „Heute […] schreibt der Leiter von eben diesem idea einen Artikel, in dem er eben jene frohe Botschaft völlig verdreht, um seine Leserschaft gegen den Islam zu politisieren.“ Wie steht es um idea und ihren Umgang mit dem Islam? Ist sie beispielhaft für einen vermuteten Wandel innerhalb des Evangelikalismus?

Themenmonat Islam und Theologie

Viele Muslime leben seit Jahrzehnten (manche gar seit Jahrhunderten) in Europa, andere wandern zur Zeit ein oder befinden sich auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung. Welche Rolle spielt ihre Religion in diesen Konflikten und in ihrem Alltag? Welche Impulse gehen von der islamischen Theologie aus? Was kann die christliche Theologie zur Debatte beitragen? Was können wir voneinander lernen?

Anknüpfend an einen vielbesprochenen Artikel von Liane Bednarz wurde Anfang des Jahres das Verhältnis der Evangelikalen zur politischen Rechten diskutiert. Hier auf theologiestudierende.de bin ich Unter Heiden schon einmal ausführlich auf das Thema Evangelikalismus und Politik eingegangen. Damals habe ich in weiten Teilen des Evangelikalismus Anknüpfungspunkte für eine sich dezidiert als rechts verstehende Politik festgestellt. Ich nannte das damals die deutsche Tea-Party.

Kritik an idea

idea steht spätestens seit dem letzten Herbst für ihre anti-muslimische Grundhaltung und ihre Ablehnung der EKD in der Kritik. Das ist insofern interessant, weil idea mit 130.000 Euro jährlich von der EKD, also aus der Kirchensteuer der Mitglieder der Landeskirchen gefördert wird, die bei idea gerne mal auf die Mütze bekommen. „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“, sollte für ein journalistisches Medium zwar nicht gelten, doch die Tonalität der EKD-Kritik, bis hin dazu, die allgemeine Lauheit des Glaubens der Landeskirchler zu beklagen, ist immer wieder bemerkenswert.

Anlässlich der erneuten Kritik an ideadie wohlgemerkt nicht im luftleeren evangelikalen Raum geschieht – wollte ich mir das Magazin doch mal genauer anschauen. Ich lese die idea Spektrum nämlich sonst nicht. In den Kreisen, in denen ich zumeist verkehre, gilt sie als Vereinsblatt der Frömmler mit nur wenig Strahlkraft über die Evangelische Allianz hinaus. Trotz aller Paukenschläge handelt es sich bei den Gemeinden und Werken der Evangelischen Allianz um eine kleine Minderheit der Christen hierzulande.

Doch um die idea kommt man nicht drum herum, wenn man im Internet unterwegs ist. Artikel von idea.de gehören regelmäßig zu den meistgeteilten Artikeln konfessioneller Medien. Die Motive der Nutzer sind höchst unterschiedlich: Protest und emphatische Zustimmung halten sich wohl die Waage. Allein, kein anderes Kirchenmedium hat den Dreh mit der Viralität so raus. Für diejenigen, die von Berufswegen oder aus privatem Interesse ein Auge auf die Evangelikalen werfen, ist idea eine unverzichtbare Quelle.

Fragen und Zahlen

Ich habe mir also das gedruckte Magazin bestellt. Es handelt sich um eine sommerliche Doppelausgabe mit sechzig Seiten. Bei der Lektüre bewegten mich drei Fragen: Wie wird im gesamten Heft mit dem Islam und angrenzenden Themen wie Migration, Flüchtlingen, Verfolgung von Christen, etc. umgegangen? Wie politisch ist das Heft allgemein? Lässt sich eine Nähe zur Neuen Rechten feststellen?

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Themen der idea Spektrum vom 3. August 2016. Gewertet wurden substantielle Erwähnungen des jeweiligen Themenfeldes in den insgesamt 76 Beiträgen.

Insgesamt habe ich im Heft 76 Beiträge gezählt, inklusive der Leserbriefe. In 20 Beiträgen geht es um den Islam bzw. gibt es substantielle Erwähnungen. Damit liegt der Islam an der Spitze aller verhandelten Themen. Bis auf zwei Ausnahmen wird der Islam im Modus der Fremdheit und der Bedrohung behandelt, häufig mit klarem Bezug zur Mission (insgesamt 17 Beiträge des Heftes haben die Mission zum Thema).

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Themen der Ausgabe nach Häufigkeit des Auftretens. Gewertet wurden substantielle Erwähnungen in allen 76 Beiträgen.

Löbliche Ausnahmen

Die eine Ausnahme ist Michael Diener, Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes und gerade noch Vorsitzender der Evangelischen Allianz (DEA), über dessen Beitrag zur Jahreskonferenz der Allianz in Bad Blankenburg berichtet wird. Er sagte: „Es ist nicht glaubwürdig, wenn sich diese Forderung [nach Religionsfreiheit] nur auf die eigene Religion beschränkt.“ Dazu gehöre auch die Möglichkeit der Erteilung von Religionsunterricht, die er gegenüber anderen Teilnehmern verteidigt hat, die in ihm eine Möglichkeit zur „Ausbreitung einer nichtchristlichen Religion“ sehen.

Mir drängt sich beim Lesen zwischen den Zeilen der Eindruck auf, dass Diener seine letzte Jahreskonferenz als Vorsitzender dazu genutzt hat, den Evangelikalen ins Gewissen zu reden. Dass er sich mit derlei toleranten Überzeugungen in den eigenen Reihen reichlich Gegnerschaft erworben hat, ist bekannt und wohl auch der Hintergrund seines frühzeitigen Rückzugs vom Amt des Vorsitzenden der DEA, der offiziell mit Arbeitsüberlastung begründet wird.

Die zweite Ausnahme bildet „Die Kleine Kanzel“ von Alexander Butscher, Gymnasiallehrer aus Berlin, der in seiner kurzen Andacht auf den Frieden abhebt, den Christus schenkt. Aus der Bindung an den Auferstandenen „sollten wir Mut zur Ehrlichkeit aufbringen“, schreibt er, „und zwei Fehler vermeiden: Selbstgerechtigkeit ist der eine. Wie oft und wie gerne wird in christlichen Gemeinden und Medien das Bild eines letztlich doch guten Abendlandes (da ja christlich geprägt) und eines bösen Orients (da ja muslimisch geprägt) gezeichnet. Dabei wird übersehen, dass die derzeitige Konfrontation Täter auf beiden Seiten hat.“ Ihm geht es um die Waffenlieferungen, mit denen im Westen auf Kosten vieler Opfer prächtig Geld verdient wird.

Auch kritisiert er den Rückzug vieler Frommer in die christliche Szene, in der sie es sich kommod gemacht hätten: „Christus aber, der Friedefürst, sendet uns in diese Welt – nicht um anzuklagen und nicht um wegzuschauen, sondern um mit offenen Augen die Not zu sehen, mit offenen Armen tatsächlich Fliehende zu empfangen, Wunden zu verbinden und der Gewalt – auf beiden Seiten – zu wehren.“

Wen er unter den „tatsächlich Fliehenden“ versteht, bleibt offen. Seine Andacht ist aber der einzige Beitrag, der im Blick auf den Islam auch selbstkritische Töne anschlägt und jedenfalls nicht im Duktus eines Kulturkampfes oder Gegeneinanders der Religionen verfasst ist.

Unmögliche Integration

Besonders augenfällig ist es, dass in allen Beiträgen der Ausgabe mit Bezug zum Islam – immerhin 26 Prozent aller Texte -, nicht ein einziges Beispiel gelingender Integration von Muslimen zur Sprache kommt. Integration erscheint nur als Möglichkeit, wenn es sich wie bei Mohsen Hosseini um einen Migranten christlicher Konfession handelt.

Und selbst im Artikel, der den jungen Iraner vorstellt, der in Düsseldorf als Bademeister zu arbeiten begonnen hat, wird unvermeidlich auf die „kulturelle Kluft“ zwischen Flüchtlingen und deutscher Bevölkerung hingewiesen: „In dem Schwimmbad, in dem Hosseini arbeitet, habe es keine Übergriffe auf weibliche Badegäste gegeben, erklärt die Leiterin Michaela Brinkmann. ‚Aber wenn es mal zu so etwas kommen sollte, ist es gut, Mohsen hier zu haben.'“

Es sind solche kleinen Einlassungen in allen Artikeln, die sich mit Flüchtlingen oder Islam beschäftigen, die mich beim Lesen zunehmend aufgebracht haben. Sie künden von einer Haltung, die im Andersgläubigen vor allem Gefahr wähnt. Nur noch ein weiteres Beispiel:

„Bild der Woche“ (S. 5) ist eine herzliche Aufnahme von 18 ehemaligen Muslimen, die in Berlin von einer Diakonisse in eine Landeskirchliche Gemeinschaft hinein getauft wurden. Sie lächeln breit und halten ihre Taufkerzen und Taufurkunden – hier in Deutschland hat alles seine amtliche Richtigkeit – in die Kamera. Ein schönes Bild.

Garniert wird das Bild mit einem kurzen Text, der darauf abhebt, dass in den letzten zwei Jahren fast 3000 Exmuslime Christen geworden seien. Auch damit habe ich null Probleme. Dann aber: „Es handele sich meist um Angehörige der akademischen Oberschicht. Der Fanatismus und die Grausamkeit des islamischen Regimes im Iran sei ihnen zuwider, so dass einige bereits vor ihrer Flucht nach Alternativen gesucht hätten.“

Das wird wohl so stimmen, auch die christlichen Flüchtlinge aus dem Iran, die ich in Eisleben kennengelernt habe, sind aus diesen Gründen zu uns nach Deutschland gekommen. Was mir missfällt und schlicht unzutreffend ist, ist die Vermutung, der Islam sei die Religion der ungebildeten Masse und nichts für Leute mit ein wenig Grips im Hirn.

Mehr Bibel erwartet

Viermal muss man umblättern, bevor man auf Seite 10 den ersten Artikel lesen kann, der nicht zuforderst Politik zum Thema hat. Und auch in diesem (dem Bericht von der Jahreskonferenz der DEA, s.o.) geht es zu 80 Prozent um den Islam.

Asyl, Flüchtlinge, Islam und Terror sind aktuelle Themen und es spricht nichts dagegen, dass sich auch ein Magazin mit ihnen beschäftigt, das „Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt“ auf dem Titel ankündigt. Ein wenig überrascht war ich aber doch darüber, dass all die Beschäftigung mit politischen Themen fast ohne biblische Bezüge auskommt.

Foto: Max Melzer

Die Bibel, Symbolbild – Foto: Max Melzer

Ich habe gründlich nachgeschaut: von der Bibel ist nicht mehr als fünf Mal die Rede – im ganzen Heft! Und ich habe auch Beiträge mitgezählt, in denen einzelne Bibelverse scheinbar nur zum Schmuck eingestreut wurden. Natürlich gibt es in der evangelikalen Medienwelt genug Magazine und Bücher, die Bibelmaterial zu Verfügung stellen, trotzdem: Die Abwesenheit der Bibel ist bemerkenswert.

Die idea Spektrum verweist in ihrem Impressum darauf, dass sie auf der theologischen Basis der Evangelischen Allianz erscheint. Dort heißt es im zweiten Absatz, also ziemlich prominent: „Wir bekennen uns zur göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift, ihrer völligen Zuverlässigkeit und höchsten Autorität in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung“. Das scheint für alle möglichen Lebensvollzüge zu gelten, aber nicht für die Politik.

Eindimensionale Sicht

Der Islam und Phänomene, die mit ihm im Zusammenhang stehen – wie Migration, Flucht, Verfolgung von Christen in islamischen Ländern, Terror und Mission -, werden höchst eindimensional abgehandelt. Nun wird man von Christen keine Abfeierei des Islam – egal um was es en detail geht – erwarten müssen.

Eine friedliche Koexistenz in einer freien Gesellschaft setzt auch voraus, dass sich die Muslime selbst vertreten und nicht von Christen und Kirchenleitungen „bemuttert“ werden müssen. Genau eine solche Haltung gegenüber dem Islam, die vielfach verharmlosend gegenüber Phänomenen wie Terror und Verfolgung von Minderheiten im Namen der islamischen Religion auftritt, hatte idea-Chef Helmut Matthies in seinem Kommentar unter dem Titel „Als Christen achten wir Muslime, lehnen aber die Religion des Islams ab“ am 26. Juli 2016 kritisiert. In Wortwahl und Gesinnung durchaus fragwürdig verfasst, sind doch die darin enthaltenen Argumente nicht ganz unzutreffend.

Was Matthies jedoch nicht sehen will, ist die strukturelle Benachteiligung oder auch nur Unsicherheit, die Muslime in Deutschland erleben. Weil es die aber gibt, bleibt es bis auf Weiteres notwendig, dass sich die großen Kirchen für den islamischen Religionsunterricht und im Ernstfall ebenso für den Bau von Moscheen einsetzen. Das sind wir nicht zuerst den Muslimen schuldig – von wegen Reziprozität in islamischen Ländern -, sondern dem hohen Gut der allgemeinen Religionsfreiheit, also uns selbst gegenüber.

Von alldem – Religionsfreiheit, Zusammenarbeit der Religionen, Respekt vor Andersgläubigen, staatsbürgerliche Verantwortung – ist in dieser Ausgabe der idea Spektrum, die sich so ausführlich mit dem Islam befasst, abgesehen von den genannten Ausnahmen nichts zu spüren. Und wenn man Helmut Matthies beim Wort nimmt, soll es das auch nicht.

Das ist in sofern bedauerlich, weil es im ganzen Land viele Gemeinden und Werke der Evangelischen Allianz gibt, die sich – von mir aus auch aus missionarischer Motivation heraus – rührend und aufopfernd um Flüchtlinge und Migranten kümmern. Welcher Dienst ihnen mit einem solchen publizistischen Flaggschiff erwiesen wird, bleibt für mich unklar.

Politisch rechts

Wie politisch ist das Heft allgemein? Sehr, allerdings geht es vor allem um die üblichen Herz- und Magenthemen des evangelikalen Politikinteresses. Dass es auf dieser Welt und in unserem Land noch andere Themen gäbe, zu denen man Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt schreiben und lesen könnte, geschenkt.

Es sind diese Themen aber zugleich die bekannten Anknüpfungspunkte für eine rechte Politik, wie ich an anderer Stelle ausführlich geschrieben habe. Nachdem in der vorausgegangenen Ausgabe Thomas Rachel, der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU, zur Treue gegenüber den Unionsparteien aufrufen durfte, darf in der aktuellen Ausgabe Konrad Adam von der AfD ausführlich und unwidersprochen für seine Partei werben, den Kirchen die Diskriminierung der AfD vorwerfen und sich gehörig selbst bemitleiden.

Den Nagel auf den Kopf trifft Pastor Ulrich Rüß, der Vorsitzende der Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands, über den in einem kleinen Kasten auf der gleichen Seite berichtet wird, dass er angesichts der Übereinstimmung in Fragen des Lebensschutzes, des traditionellen Familienbildes und gegenüber dem Gender-Mainstreaming meint, dass man als Christ der AfD in wichtigen ethischen Beschlüssen zustimmen müsse. Und, dass man solche eindeutigen Beschlüsse bei den anderen Parteien und auch in der EKD „leider vergeblich“ suche.

Nicht nur, aber besonders hier wird die inhaltliche Nähe zur AfD greifbar und der Leserschaft gewürzt mit dem üblichen EKD-Bashing untergeschoben. Will man diese Ausgabe der idea Spektrum einfach einmal auf der gängigen politischen Skala einordnen, dann handelt es sich dabei ganz eindeutig um ein rechtes Blatt.

Und rechte Blätter darf es geben. Max Melzer schrub auch schon einmal von dem Vorteil, sich solche Blätter quasi im eigenen Vorgarten zu halten und die avisierte Zielgruppe dadurch einzubinden. Ob es angesichts der permanent vorgetragenen Abneigung ausgerechnet der Vorgarten der EKD sein muss, bleibt anzuzweifeln.

Und die Neue Rechte?

Ein Organ der Neuen Rechten ist idea Spektrum allerdings auch mit dieser Ausgabe nicht. Es fehlt die spezifische Sprache, es fehlen ferner rassistische Motive. Wohl aber wird ein religiös verbrämter Chauvinismus gegenüber dem Islam vorgetragen. Es bleibt abzuwarten, ob sich Teile der Leserschaft und damit auch das Blatt im Sog der AfD weiter radikalisieren. Dann könnte aus idea Spektrum eine hübsch christlich geprägte Hauspostille der Neuen Rechten werden.

Auf der eigenen Medienservice-Seite bietet das Magazin einen Überblick über jene Artikel, die während der letzten Woche auf idea.de und über Facebook am meisten gelesen und kommentiert wurden. Allesamt setzen sie sich kritisch bis problematisch mit dem Islam auseinander. In der Redaktion folgt man zumindest diesem Sog eindeutig.

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9 Kommentare anzeigen

  1. Oliver

    Danke – Philipp – für Deinen guten und ausführlichen Artikel.

    Idea oder idea spektrum ist bereits die Hauszeitung der biblisch orientierten Rechten und jene stellen auch nicht die neue Rechte dar, sondern höchsten die Neueste Rechte. Die Evangelische Allianz und andere evangelikale Werke sind nunmehr dem us-amerikanischen Beispiel gefolgt und haben sich eine deutsche Tea-Party geschaffen.

    diese Neueste Rechte ist auch nicht bibeltreu und schon gar nicht konservativ. Im Gegenteil, denn diese neueste politische Bibelbewegung isthochgradig liberal, verkauft sich aber als extrem konservativ.

    Sie spielen die Klaviatur der Bibel perfekt und meinen, durch ihr judaisierendes Verhalten seien sie Juden. Dagegen sind die Neuesten Rechten aber nur Feinde der Christen und aller Menschen :

    „Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen, hinsichtlich der Auswahl aber Geliebte um der Väter willen.“ ( Römer 11,28).

    Neudeutsch: Die Gegenreformation der Katholiken ist bei den Evangelikalen voll im Gange und schwappt zur EKD über, um mit ihrem EKD-Bashing neue Leute zu gewinnen, die sich dadurch verunsichert fühlen.

    • Danke für Deinen Kommentar. Ja, neu ist das natürlich für die Intensivbeobachter nicht. Ich fand, es trotzdem interessant, wie stark sich das in einer ganz konkreten Ausgabe der Zeitschrift niederschlägt. Auf idea wird halt schon aus Prinzip rumgehackt, da läuft man also auch Gefahr, die eigenen Vorurteile vorschnell bestätigt zu sehen. Deshalb hier auch der Blick in die Zahlen.

      Neue Rechte meint allerdings auch mehr als nur „neu“, sondern einen bestimmten ideologischen Schlag, s. https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Rechte

      • Oliver

        Danke für Deine Antwort auf meinen Kommentar.

        Ich nannte diese Bewegung als Neueste Rechte, weil jene eben nicht wie Dein verlinkter Wikipedia-Artikel eine „uneinheitlichen, rechtsgerichteten politischen Strömung“ sei, sondern doch ziemlich einheitlich. Den Verweis auf die Tea-Party benutze ich auch oft in Verbindung mit der AfD, denn jene Neueste Rechte ist ziemlich organisiert – und nicht nur mit um die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (JF).

        Hierzu noch einmal ein Video-Link:

        AfD spricht konservative Christen und Medien an | ZAPP | NDR
        https://www.youtube.com/watch?v=cjciyCQqAJk

        Richtig ist, dass es ein neuer bestimmter ideologischer Einschlag ist, aber am neuesten is es dagegen, dass jene Bewegung ein internationales Netzwerk ist.

  2. Stefan

    Sehr gute Analyse.
    Ich finde es doch beruhigend, dass die Berichterstattung von idea immer häufiger kritisch betrachtet wird.
    Im Grunde reicht schon ein Blick in die Kommentarspalten bei denen aus um sich ein sehr klares Bild zu machen.

    Beiträge, die kritisch hinterfragen wurden gelöscht, während andere (die für meinen Geschmack die Grenzen zwischen Verachtung und Meinungsfreiheit weit überschreiten) auch nach mehrmaligem Melden weiter stehen bleiben.

    • Für seine Kommentatoren kann man ja leider nur bedingt etwas. Gründliches rausfiltern von Dingen, die rechtlich nicht mehr ok sind, sollte aber schon sein. Vor allem aber – das habe ich ja ganz am Ende des Artikels geschrieben – ist es eine Frage, womit ich meine Community „füttere“. Mein Eindruck ist schon der, dass da bewusst der Hunger nach islamkritischen Nachrichten gestillt werden soll bzw. dieser Appetit angeheizt wird. Das ist ja ne Wechselwirkung zwischen Medium und Rezipienten.

  3. carla rötters

    danke für die intersaanten denkanstösse ….ein – sehr poetisches – kinderbuch , das vermittelt im streit um religionen . ein versöhnliches buch über Toleranz
    es erzählt die geschichte drieer freunde auf der suche nach „dem grössten gott“ , die sie zur erkenntnis führt, dass sich letztlich ein jeder nach demselben sehnt: nach frieden , dem schönen im leben, freundschaft ….
    ein wunderschön illustriertes bilderbuch : „mein Gott, dein Gott, unser Gott“…..es ist einfach…den anderen in seiner andersartigkeit tolerieren, gaaanz einfach

  4. Vielen Dank für Ihre ausführliche Blattkritik und die damit verbundenen Anregungen, wie wir unsere Arbeit verbessern können.
    In Ihrer Blattkritik schreiben Sie: „Ich habe gründlich nachgeschaut: Von der Bibel ist nicht mehr als fünf Mal die Rede – im ganzen Heft! Und ich habe auch Beiträge mitgezählt, in denen einzelne Bibelverse scheinbar nur zum Schmuck eingestreut wurden. Natürlich gibt es in der evangelikalen Medienwelt genug Magazine und Bücher, die Bibelmaterial zu Verfügung stellen, trotzdem: Die Abwesenheit der Bibel ist bemerkenswert.“ Bedauerlicherweise sind Sie in Ihrer Analyse nicht auf den vier (!) Seiten umfassenden Beitrag von Thomas Härry „Wenn man Gott nicht mehr versteht“ (Seiten 22-25) zur Theodizee-Frage eingegangen. Allein dieser Beitrag enthält Zitate und Verweise auf sechs Bibelstellen (Apg 12,2; Apg 12,5; Apg 12,24; Psalm 73,23 Offb 31,3-5; Joh 16,21-22) – und damit bereits mehr, als Sie im gesamten Heft gezählt haben wollen. Verweise auf die Bibel finden Sie zudem im Editorial auf S. 3 (Joh 16,33), in der Kleinen Kanzel auf S. 16 (Joh 14,27) sowie im Porträt auf S. 60 (Mk 8,36). Außerdem greifen zahlreiche Meldungen biblische Kernthemen auf – ohne dass idea jedes Mal die entsprechenden Bibelstellen angibt, z. B.
    • S. 12 Vergeben ist gesund
    • S. 13 Franziskus: Durch Bekehrung wird die Welt menschlicher
    • S. 28-30 Mission in Japan
    Ihre Behauptung, in idea sei die Bibel abwesend, ist also offenkundig falsch. Gern senden wir Ihnen einmal ein halbes Jahr lang kostenlos und völlig unverbindlich ideaSpektrum zu, damit Sie sich ein umfassenderes Bild von unserer Arbeit machen können.
    Ich wünsche Ihnen Gottes Segen!
    Helmut Matthies (Wetzlar), Pfarrer und Leiter der Evangelischen Nachrichtenagentur idea

    • Stefan

      Interessant, wie Sie die sehr umfassende Kritik auf ein einziges Thema reduzieren – die Häufigkeit der Bibelstellen.

      Eigentlich ist ja der Punkt „Häufigkeit von Bibel in idea“ ein Punkt, der eher als ironischer Seitenhieb betrachtet werden könnte und eigentlich ist dieser Punkt auch gar nicht so relevant in der gesamten Kritik.

      Es ist aber bezeichnend, dass von allen sehr wichtigen Anfragen Sie sich ausgerechnet diesem Punkt widmen, Herr Matthies.
      Alle anderen Punkte, die deutlich wichtig sind (Schüren von Ängsten, Rechtsruck in den Kommentaren, beständige Islamkritik und eine Plattform für die AfD) kommen bei Ihnen anscheinend nicht auf den Tisch.

      Aber falls das wirklich Ihre Wahrnehmung ist, dann ist nun offensichtlich, warum idea ist, wie sie ist.

  5. Michael

    Wie soll die idea in Person ihres Redaktionsleiters dem Artikel auch widersprechen, stimmt er doch. Dass dem so ist, kann man tag für Tag auf der idea-facebook-Seite nachlesen. Dort wird von der Mehrheit – gefühlt 95 % – der User Islamphobie, Homophobie, EKD-Bashing übelster Sorte betrieben. Die Redaktion greift nur sehr selten ein. Verwunderlich, dass ein Beitrag, in dem Auschwitz als ein guter Ort für Flüchtlinge benannt wird über Stunden stehen bleiben kann. Ob der User danach gesperrt wurde, wie sich das m.E. für eine ordentlich geführte facebook-Seite gehört, ist mir nicht bekannt.
    Die Nähe der idea zur AfD ist derart perfide und wird nichtmal im Ansatz bestritten. Ist auch schwierig, wenn der Generalsekretär der DEA im Wahlkampf Baden-Würtembergs kurz vor der Wahl auf einer Veranstaltung der Demo für alle spricht.
    Ich bin mit der idea aufgewachsen, war bis vor gut 8 Jahren selbst lange Jahr Abonnent, und habe beobachten können, wie die Entwicklung des Blattes immer weiter nach rechts sich vollzogen hat. Schon vor 8 Jahren war es kaum noch ertragbar zu lesen. Heute blättere ich nur noch kurz rein, wenn wir bei den Schwiegerteltern im Siegerland sind. Und selbst das ist eigentlich schon zu viel.

    Einem Satz aus dem Artikel möchte ich widersprechen:
    „Dann könnte aus idea Spektrum eine hübsch christlich geprägte Hauspostille der Neuen Rechten werden.“

    Aus meiner Wahrnehmung ist die idea das schon. Ich bin sehr dafür, dass auch Kirche unter ihrem Dach ein breites Spektrum an Meinung zulässt, egal welcher Prägung, egal welcher Couleur. Ich bin auch sehr dafür, dass von der Kirche unterstütze Blätter an ihr Kritik üben dürfen. Was idea allerdings inzwischen tut halte ich für aus Kirchensteuermitteln nicht mehr für tragbar. Wer lange genug an dem Ast sägt, auf dem er sitzt, der fällt irgendwann zurecht runter. Mir scheint die Zeit gekommen. Wer die immer gleichen Säue durchs Dorf treibt auf eine hetzerische art und Weise, der soll das auch bezahlen. Es finden sich sicher genügend Spender bei den neuen und alten Rechten. DIESE idea hat keine Unterstützung der EKD mehr verdient.

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