Gedanken zur Monatslosung für August
Foto: JJackman (CC BY-SA 3.0)

„Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander!“
Mk 9,50

Salz – das weiße Gold! In der Antike und im Mittelalter, bis ins 19. Jahrhundert, war Salz aufgrund seiner Herstellung und des Transports ein unglaublich kostbares Gut. Es wurde über große Strecken in salzarme Gegenden gebracht. Schon die alten Hochkulturen, Sumerer und Babylonier, nutzten Salz, um Fleisch haltbar zu machen. Doch zum Pökeln brauchte man viel Salz. Nicht wenige Städte (Lübeck als ein deutsches Beispiel) erwarben sich großen Reichtum durch den Handel mit Salz.

„Habt Salz in euch! Habt etwas sehr kostbares, etwas seltenes, etwas außer-gewöhnliches in euch!“ Natürlich haben wir Salz in uns. Heute fügen wir es uns in fast unmenschlichen Massen zu. Aber es geht ja auch nicht um Natriumchlorid, das im Übermaß sogar schädlich ist. Es geht um den Grundgedanken der Kostbarkeit. Wir sollen etwas besonderes in uns haben, uns bewusst machen und bewahren. Was das dann ist, sei mal dahingestellt. Aber es qualifiziert uns als etwas ganz Besonderes und Wichtiges!

Es dabei zu belassen, dass ich mir das bewusst mache, wäre schade und äußerst egoistisch. Vielleicht auch nicht unbedingt christlich. Aber der Text geht ja auch noch weiter: „Haltet Frieden untereinander!“ Ergänzen könnte man vielleicht: „…denn ihr seid alle ein kostbares Gut auf Erden, das es zu schützen und zu achten gilt!“

Eine Aufgabe, die naheliegt und doch so unglaublich schwer fallen kann. Denn, heißt Frieden untereinander halten nicht schon eine Offenheit gegenüber unseren Mitmenschen? In meinem Kopf sind so viele Mauern – aufgebaut aus Vorurteilen gegenüber scheinbar fremdem Verhalten und aus Angst davor, meine eigene Identität zu verlieren, wenn ich mich auf Anderes, auf Neues einlasse.

Schaue ich mich in Deutschland um, werden heute leider diese Mauern auch nicht ab- sondern sogar aufgebaut – zumindest von den laut schreienden Populisten. Da wird laut die „Islamisierung des Abendlandes“ gefürchtet und der „Verlust der christlichen Werte“ angeprangert. Zugleich wird stillschweigend über menschenfeindlichen Hass und Gewalt hinweggesehen – wohlgemerkt von den „Christen“. Sie wollen Frieden um den Preis des Kampfes. Wenn ihr mich fragt, ist das reichlich unchristlich!

Gott sei Dank gibt es genug „Gutmenschen“, die sich dagegen wehren, die helfen, die sich nicht darum kümmern, wer welcher Nationalität oder Religion angehört. Sie sind gute Menschen ohne das an die große Glocke zu hängen. Sie sind sich der Kostbarkeit menschlichen Lebens bewusst und arbeiten deshalb am Frieden zwischen den Menschen.

Zu diesem Weg zum Frieden gehört es aber auch, miteinander zu reden. theologiestudierende.de tut das in diesem Monat mit dem Themenmonat „Islam und Theologie“, in dem euch viele spannende Artikel erwarten, die ein Gespräch zwischen Muslimen und Christen eröffnen wollen. Denn „unser Gott und euer Gott ist Einer, und wir sind Ihm ergeben.“ (Koran, Sure 29,46).


Die Monatssprüche werden von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen herausgegeben, um durch das Jahr hindurch geistige Impulse und Anregungen zu bieten. Mehr erfahrt ihr hier.

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