Lesenswert #26 – Preise, Preise Theologiestudierende räumen ab

In den letzten Tagen wurde bis zur Verleihung des Friedensnobelpreises gestern darüber diskutiert, ob Angela Merkel den Preis erhalten könnte und verdient hätte. Drei junge Theolog_innen haben in den letzten Tagen Preise gewonnen und ganz sicher verdient, was meint ihr? Kleinere Preise, schon klar. Aber uns doch wichtig genug, um auf diese Erfolge hinzuweisen.

„Im Namen des Vaters, im Namen des Staates“, …

… ist der Artikel von Hannes Leitlein (@hannesleitlein) überschrieben, für den er den Medienpreis des Ev.-Luth. Dekanats Nürnberg gewonnen hat. Das Dekanat möchte mit dem Preis junge Journalist_innen für hervorragende publizistische Arbeiten auszeichnen, „die sich mit Fragen rund um Glaube und Kirche kritisch, kreativ und spannend auseinandersetzen“ bzw. „zur Beschäftigung mit Glaubensfragen anregen.“ Hannes ist Theologiestudent und zur Zeit Volontär bei Christ & Welt.

Hannes schreibt in seinem Artikel über eine Freikirche in Sachsen-Anhalt, die Flüchtlinge tauft – nicht ohne Konsequenzen für das Asyl-Verfahren der Betroffenen.

Aber wie soll man Glauben beweisen? Gerichte laden dann schon mal Gemeindeangehörige ein, sie befragen die Pastorin, ob der Schutzsuchende tatsächlich gläubig sei. »Die religiöse Identität zu prüfen steht Gerichten nicht zu«, sagt Jochims. Auf der anderen Seite seien aber Versprechen, dass die Taufe oder der Glauben zu einem erfolgreichen Abschluss der Asylverfahrens führten, ebenfalls unverantwortlich. Manchen Menschen sei das schwer zu vermitteln. Das Verhalten der Christus-Gemeinde führe schlussendlich zu mehr Gerichtsurteilen, die den Glauben der Asylbewerber anzweifelten und eventuell sogar die Ablehnung des Asylantrags nach sich zögen.

Auf dass ihr heil werdet – Männer zwischen Risiko und Sicherheit

Unter diesem Motto fand in diesem Jahr der Predigtwettbewerb der Männerarbeit der EKD statt. Den Sonderpreis für weibliche Teilnehmerinnen gewann in diesem Jahr Hanna Jacobs (@eidottergelb), derzeitig im Examen in Göttingen. Auf der Homepage der Männerarbeit könnt Ihr die gesamte Predigt nachlesen.

Mann Sein inmitten von Erwartungen, Unsicherheiten und Sehnsüchten heißt den eigenen Weg gehen. Den eigenen Weg, zwischen Sylvester Stallone und Wolfgang Schäuble. Zwischen Winnetou und Old Shatterhand und Joko und Klaas – Freunde können wunderbare Wegbegleiter sein. Den eigenen Weg zwischen Hubschrauberpilot und Scherbergarten. Zwischen Harley fahren und Fahrradhelm. Mal Kopf und Kragen riskieren, alles auf eine Karte setzen – Leben heißt aufs Ganze gehen. Und danach mit der geliebten Frau oder dem Lebenspartner auf der Terrasse sitzen und den Sonnenuntergang genießen – Fünfe grade sein lassen; trautes Heim, Glück allein.

Jan-Hus-Predigtpreis 2015

Anlässlich des 600. Todestages des (Früh-)Reformators Jan Hus hat die Evangelische Brüder-Unität einen Predigtpreis vergeben „für Predigten, die ihre Kraft aus der Bibel schöpfen, eine verständliche Sprache gebrauchen“ und „Kirchen und Gesellschaft nicht schonen.“ Den 2. Preis (Gesamtklassement & Jugendpreis) hat unser Autor Philipp Greifenstein (@rockToamna) mit einer Predigt über Apostelgeschichte 9, 1-20 („Die Bekehrung des Paulus“) gewonnen. Die gesamte Predigt könnt Ihr auf seinem Blog nachlesen.

Paulus findet zum Glauben an den Auferstandenen. In seinem Auftrag zu reisen und zu predigen, wird sein restliches Leben ausfüllen. Paulus‘ Leben nimmt eine Kehrtwende, aber es ist nicht die einzige Bekehrung, die hier geschieht; nicht das einzige Leben, dass hier auf den Kopf gestellt wird.

Allen drei Preisträger_innen einen herzlichen Glückwunsch aus der Redaktion von theologiestudierende.de. Danke für Eure tollen Beiträge!

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2 Kommentare anzeigen

  1. Henry George Richter-Hallgarten

    Lieber Schreiberling-lingin,

    das mit den Journalist-innen,
    Theolog-innen,
    Preisträger-innen
    sollte man ergänzen

    Mensch- innen
    Leut-innen
    und da der Dummkopf männlich ist müsste man wohl der Gerechtigkeit willen wohl auch Dummkopf-innen zulassen.

    Gut dass, meine Muttersprache Englisch ist und ich Deutsch lernte, als dieser Blödsinn noch nicht usus war.
    P.S. Wie wohl Lithers Bibel klingen wird, wenn das in der nächsten revidierten Ausgabe so angewandt worden ist.

    H.G. Richter-Hallgarten

    • Nach meinem Kenntnisstand wird die neue Revision keine spezifische Gender-Regelung durchführen, sondern nur an bestimmten Stellen z.B. „Jünger und Jüngerinnen“ ergänzen. Das werden Sie sicher auch aus dem Englischen als guten Stil kennen, wenn Sie z.B. eine Gruppe Gäste mit „ladies and gentlemen“ statt nur mit „Fellas!“ ansprechen.

      Für die Texte, deren Urheber die ganze Redaktion ist, haben wir uns auf diese Art der geschlechtergerechten Sprache geeinigt. Unsere Autoren können in ihren Texten selbst entscheiden, ob und wie sie gendern möchten. Damit hat es seit über zwei Jahren kein Problem gegeben. In der Tat glaube ich, dass Sie den ersten (sprach-)genderkritischen Kommentar hinterlassen haben. Dazu ganz herzlichen Glückwunsch!

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