Lesenswert #16 – Irgendwas mit Internet

App-Test: Und täglich grüsst die Andachtsapp

Fabian Maysenhölder hat auf TheoPop die neue Andachtsapp der Württembergischen Landeskirche unter die Lupe genommen:

„Etwas überraschend ist jedoch das Setting der Andachts-Videos. Statt des ansprechenden, modernen App-Designs kommen die Impuls-Videos etwas altbacken her (siehe Bild). Und bei dem aufgehenden „Guten Morgen“ (wahlweise „Guten Abend“ oder „Wort zum Tag“) im Intro könnte man spontan an ein Golden Toast-Sponsoring denken.“

Die App scheint im Grunde gut gemacht. Es wird sich zeigen, ob es überhaupt Interesse gibt für noch eine Andachts-App. Das wird natürlich auch von der Qualität der kommenden Andachten abhängen.

Die Kirche und die Onliner

Ein schon etwas älteres Video-Interview mit Jürgen Pelzer zur Frage: „Warum sind die Kirchen leer und Starbucks-Läden voll?“ Sein Argument: Wenn die Kirche das Internet nicht einsetzt, wird sie in Zukunft ihrem Auftrag nicht mehr gerecht werden können:

Das Thema kirchliche Online-Arbeit ist noch lange nicht gegessen. Es gibt inzwischen viele spannende Initiativen und Projekte. Theologisch wurde über dieses Thema allerdings bisher leider nur am Rande nachgedacht.

Kirchliche Veranstaltungsregeln

Seit fast zwei Jahren sammelt Pfarrer Heiko Kuschel „Kirchliche Veranstaltungsregeln“. Nach dem Motto: „Was schief gehen kann geht auch schief“ erzählt er (größtenteils wahre) Anekdoten aus dem Leben eines Pfarrers:

„kirchliche Veranstaltungsregel #394: Der beim Nachtgeländespiel brutal gefilzte gegnerische Spion entpuppt sich als unbeteiligter Jogger.“

„kirchliche Veranstaltungsregel #326: Dass beim Ostereiersuchen im Gemeindehaus nicht alle gefunden wurden, riecht man nach einigen Wochen.“

Na gut, eine noch:

„kirchliche Veranstaltungsregel #386: Ein Spaziergänger hielt den Nachtwanderungs-Schatz für einen Leichensack. Die Polizei ist schon da.“

Wie Medien Wörter machen

Mal noch etwas oberflächlich betrachtet völlig untheologisches: Anatol Stefanowitsch zeigt auf Sprachlog exemplarisch am Beispiel des „Laber-Imams“, wie Medien mit großer Reichweite wie die Bild-Zeitung innerhalb kürzester Zeit eigene Wortneuschöpfungen in den allgemeinen Sprachgebrauch eingehen lassen können:

„Und wer die Macht hat, Sprache im Schlechten weiter zu entwickeln, könnte diese Macht natürlich auch einsetzen, um sie im Guten voranzubringen. Hundert Behörden können hundert Leitfäden zur gerechten Sprache herausgeben, sie werden ebenso ungehört verhallen wie die Sprachnörgler mit ihren Anglizismen-Blacklists.

Aber wenn die BILD oder ein anderes großes Medium oder eine der großen Presseagenturen einen dieser Vorschläge aufgreifen würde, wäre er zehn Tage später bereits ein Fakt des deutschen Sprachgebrauchs.“

Ein Text, der Hoffnung macht, dass Journalismus eben doch die Welt verändern kann (wenn auch leider nicht nur zum Guten).

Unter Lesenswert sammeln wir regelmäßig lesenswerte Texte zu theologischen, kirchlichen oder universitären Themen. Wenn ihr irgendwo einen guten Artikel gelesen habt, schickt den Link an lesenswert@theologiestudierende.de!

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