Moment mal: Was kostet ein Kontinent?

Neulich im Zug. Auf der Heimreise vom letzten Konvent konsumierte ich mein erstes Hörbuch. Es handelte davon, dass dem europäischen Kontinent in Kürze eine neue Eiszeit bevorstehe, was ein Leben auf diesem Teil der Erde fortan unmöglich mache.

Rettung naht

Glücklicherweise trifft ganz unverhofft eine außerirdische Delegation ein und unterbreitet dem verdutzten Europäischen Parlament ein lukratives Angebot. Zum Spottpreis von 1.000.000.000.000.000.000 € (der Betrag gibt der Kurzgeschichte ihren Titel) würden sie Europa mitsamt seinen Straßen, Autos und (historischen) Bauwerken auf dem Mond nachbauen. Maßstab 1:1 versteht sich.

Hasan Anac / pixelio.de

Hasan Anac / pixelio.de

Im Zuge der Verhandlung stellt sich heraus, dass der Nachbau der menschlichen Hinterlassenschaften einen verschwindend geringen Teil der Kosten ausmacht. Das eigentliche Kunststück der extraterrestrischen Bauleute besteht darin, eine entsprechende Biosphäre auf dem Mond zu installieren. Sie macht Leben auf dem Mond überhaupt erst möglich.

Vor dem Ackerbau steht der ungleich aufwendigere Acker-Bau.

Was und wer wirklich zählt

Dieser Öko-Science-Fiction-Thriller von Andreas Eschbach – dem einen oder der anderen ist vielleicht sein spannendes Buch Das Jesus-Video ein Begriff – hat mir den Wert der Schöpfung ganz neu vor Augen geführt.

Wie schnell sind wir dabei, uns von dem Menschenmöglichen berauschen zu lassen. Klar, die fossilen Brennstoffe werden eines Tages aufgezehrt sein. Aber was soll´s. Bis dahin werden sich – nein: werden wir – schon andere Möglichkeiten finden.
Nicht nur, dass wir Gott nicht für unsere unglaublichen Fähigkeiten danken. Wir bilden uns sogar ein, dass irgendwie doch alles, wirklich alles in unserer Macht steht.

Unsere Begabungen halten wir für selbstverständlich. Sind ja immerhin unsere. Und die Gaben der Natur sind eben genau das: Gaben einer anonymen Mutter Natur und nicht eines persönlichen Gottes (Jesus nennt ihn «Vater»).

Der Lückenbüßergott ist in Wohnungsnot geraten und mit ihm irgendwie auch der allmächtige Schöpfer des Himmels und der Erde.

Die Welt ist nicht genug

Der Mensch ist nicht autark. In dieser Geschichte braucht er die Hilfe von Außerirdischen. Ich meine, er braucht einen Überirdischen. So vieles – vor allem das Kostbarste – können wir nicht selbst machen. Wir finden es bereits vor. Wir empfangen es.

Schon Paulus wusste, was auch heute noch gilt: «So ist nun weder der pflanzt noch der begießt etwas, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.» (1. Korinther 3,7).
Wir Geschöpfe sind bemerkenswert begabte Verwalter, aber Gott allein ist der Schöpfer. Gott sei Dank! Für beides.

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2 Kommentare anzeigen

  1. Meihofer Rosemarie

    Gefällt mir sehr!

  2. Michael Simon

    Ich kann den ganzen Artikel gut nachvollziehen, bis auf den letzten Satz: „Wir Geschöpfe sind bemerkenswert begabte Verwalter, aber Gott allein ist der Schöpfer.“ Schade, dass wir auch in Deutschland immer noch nicht den Kreationismus der Evangelikalen hinter uns gelassen haben. Unser, seit 13,8 Milliarden Jahren existierendes Universum, basiert auf physikalischen, chemischen und biologischen Naturgesetzen. Jedes Mal, wenn Religionen behauptet hatten, ein Phänomen basiere auf einem gottähnlichen oder gottgleichen Wesen (z. B. dachte man, dass Blitze von Zeus bzw. Thor erzeugt werden), konnten die naturwissenschaftlichen Disziplinen dies widerlegen. Keine einzige religiöse Behauptung konnte wissenschaftlich überprüfbar bestätigt werden. Es ist daher mit einer nahezu 100%igen Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass unser Universum rein auf Naturgesetzen ohne Einflussnahme von Göttern, Kobolden oder Dämonen basiert. Das wir auf einem lebensfreundlichen Planeten existieren ist also rein der Evolution nach Charles Darwin und der Entwicklung des Universums nach Edwin Hubble zu verdanken. Es handelt sich also um einen Zufall, dass gerade unser Planet bewohnbar ist und wir so hochentwickelte Gehirne haben, um uns darüber Gedanken zu machen. Wenn man bedenkt, dass unser Sonnensystem nur 1 Sonnensystem von ca. 100 Milliarden in unserer Milchstraße ist, und das unsere Milchstraße nur 1 Galaxie von weit mehr als 50 Milliarden von Galaxien im beobachtbaren Universum ist, lässt sich nach der Wahrscheinlichkeitstheorie durchaus davon ausgehen, dass es irgendwo im Universum noch weitere belebte Planeten gibt. Das heißt aber nicht, dass wir uns aus unserer Verantwortung für diesen Planeten stehlen könnten. Gerade weil wir in der Lage sind, unseren Planeten auch zum eigenen Nachteil zu verändern und wir nicht in der Lage sind andere belebte Planeten zu erreichen, erwächst daraus eine besondere verantwortbare Handlungsweise. Dies hat aber nichts mit einem ausgedachten Schöpfergott zu tun. „In dieser Geschichte braucht er die Hilfe von Außerirdischen. Ich meine, er braucht einen Überirdischen.“ Dies ist also die vollkommen falsche Schlussfolgerung. Wir sind bei der Bewahrung unseres Heimatplaneten (der sich evolutionsbedingt auf jeden Fall weiter verändern wird, bis zu seiner vollständigen Vernichtung in ca. 5 Milliarden Jahren; vgl. Ch. Bounama, W. von Bloh, S. Franck: Auf der Suche nach einer zweiten Erde, Physik in unserer Zeit, 33. Jahrgang 2002, Nr. 3, S. 122–128) hier schon auf uns selbst zurückgeworfen und können unsere Verantwortung nicht ’nach oben‘ wegdeligieren. Paulus liegt also voll daneben, weil selbstverständlich der, der pflanzt und begießt entscheidend unsere Lebensqualität (siehe Mineraldünger im Trinkwasser) beeinflusst und nicht Gott gibt das Gedeihen sondern die permanente Veränderung des Universums und unseres Planeten inklusive Flora und Fauna durch die Evolution.

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