Lesenswert #8 – #idpet und Homosexualitäts-Debatte

Unter Lesenswert sammelt heute einmal Philipp Texte rund um #idpet und die aktuelle Homosexualitäts-Debatte.

So, da haben wir es: eine Diskussionlage, die so unübersichtlich geworden ist, dass man es als Neueinsteiger wirklich schwer hat, sich eine Meinung zu bilden. Es gibt eine große Diskussion in der deutschen Presselandschaft (und in der Gesellschaft?) über Homosexualität und darüber, wie offen sie in unserem Land gelebt werden darf. Das ist die wichtige Debatte. Außerdem wird parallel über einen Vorschlag zu einem neuen Bildungsplan für Baden-Württemberg gestritten, der das Thema sexuelle Vielfalt stärker berücksichtigen will. Und zu beiden Debatten gibt es natürlich tausende Beiträge und Stimmen. Zeit, etwas Ordnung zu schaffen.

Homosexualität und Öffentlichkeit

Es gibt die, die etwas gegen Homosexuelle haben und die, die nichts Böses daran finden. Und dann gibt es die, die vorgeblich nichts gegen Homosexuelle haben, aber die finden, dass nun wirklich genug über Homosexuelle geredet wurde. Anlässlich des Outings des ehemaligen Nationalspielers Thomas Hitzlsperger schrieb Jasper von Altenbockum das in der F.A.Z. paradigmatisch nieder. In der F.A.S. nimmt Stefan Niggemeier die Gegenposition ein und fragt sich: „Ist es wirklich wahr, dass Homosexualität zwar geduldet wird – aber nur dann, wenn Lesben und Schwule möglichst unsichtbar bleiben?“ Beim Lesen seines Textes kann man viel über die gegenwärtige Diskussion lernen.

#idpet – Diskussion um den Bildungsplan in Ba-Wü

Seit November gibt es eine Petition gegen den Entwurf zum neuen Bildungsplan in Baden-Württemberg (s.o.). Worum geht es? Das haben hier auf theologiestudierende.de schon Astrid und Thea versucht zu erklären, die erste Hälfte ihres Artikels gibt Orientierung und dann haben sie auch noch eine Meinung zu sagen. Natürlich gibt es Stimmen, die sich gegen den neuen Bildungsplan richten und die Petition begrüßen, eine davon habe ich hier mal verlinkt. Eine Satire mancher Argumente der Petitionsbefürworter hat Michéle geschrieben. Ohne eine mutige und fleißige Bloggerin aus Ba-Wü hätten viele von der Petition gegen den Bildungsplan garnichts erfahren: das Missy-Magazine hat ein Interview mit Karnele alias Nele Tabler (@Nele_Tabler) geführt, das viele Infos rund um die Lage in Ba-Wü bereit hält. Und campact.de hat eine 5-Minuten-Info zur Online-Petition zusammengestellt. Wer ein bisschen mehr über das Milieu, aus dem die Petition stammt, erfahren will, ist mit diesem ausführlichen Artikel von Christian Bangel auf ZEITonline gut bedient. Die Frage, in wie weit die Petition Homosexuelle mit Absicht diskriminieren möchte, beantwortet sich nach Lektüre des Blogartikels von Stefanie Lohaus. DIE ZEIT hört einmal Schülern aus Ba-Wü zu, die ihre Meinung zum Besten geben: „Jetzt reden wir!“. Und Heike Schmoll setzt sich einmal fundiert und kritisch mit dem Bildungsplan-Vorschlag an sich auseinander.

Was sagen die Kirchen dazu?

Die evangelischen Landeskirchen in Baden-Württemberg haben gemeinsam mit der röm.-kath. Kirche eine Erklärung zum Bildungsplan veröffentlicht. Diese wurde zumeist als dem Anliegen des neuen Bildungsplans kritisch gegenüber stehend eingeordnet. Dann äußerte sich der Bildungsreferent der Badischen Landeskirche vielleicht ein bisschen klarer, als es die gemeinsame Erklärung der Kirchen vermochte. Das gleiche tat Thomas Ebinger, der für die Württembergische Landeskirche am Thema Konfirmandenarbeit werkelt. Auf meinem eigenen Blog versuchte ich einmal zu verstehen, was die gemeisame Erklärung überhaupt mitteilt. Eine von der gemeinsamen Erklärung der Kirchen abweichende Stimme ist Antje Schrupp.

Zur Homophobie allgemein

Nachdem Matthias Matussek seinen Einstand bei DER WELT mit diesem Artikel feierte, in dem er bekennt „Ich bin wohl homophob. Und das ist auch gut so“ und das natürlich auch gut katholisch begründete, erwiderte im gleichen Blatt Lucas Wiegelmann, dass Homophobie unmöglich christlich sein kann. Und evangelisch.de schreibt über die ökumenische Dimension des Themas.

Sachlich fundiert und absolut lesenswert schreibt Ulrich Klocke über Homophobie. Der Mann ist Wissenschaftler und hat Ahnung. Wenn Du sonst keinen der hier verlinkten Texte anschauen möchtest, diesen solltest Du unbedingt lesen!

Zum Schluss was zum Angucken: Kids react to Gay Marriage

Das ganze Video ist sehenswert, weil lustig und lehrreich. Um Religion geht es ab 11:10 min.. Mit Herbert Grönemeyer: „Gebt den Kindern das Kommando / Sie berechnen nicht, was sie tun / Die Welt gehört in Kinderhände / Dem Trübsinn ein Ende  / Wir werden in Grund und Boden gelacht / Kinder an die Macht“ und „Air-Hug!“

Wenn ihr irgendwo einen guten Artikel zu einem interessanten Thema gelesen habt, schickt den Link an lesenswert@theologiestudierende.de!

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