מ̣‘ כֵאל͘ה̣’ם

Das offene und kritische Theologiestudium kann den persönlichen Glauben stark herausfordern. Auseinandersetzungen mit Atheisten wie Feuerbach und Nietzsche, der Pluralität der Weltanschauungen etc. sind an der Tagesordnung. Für mich setzte sich ein grundlegender Prozess in Gang, der circa zwei Jahre andauerte (und natürlich in mal größeren oder kleineren Nuancen weitergehen wird), der mich allerdings auch wieder zum christlichen Glauben zurückführt. Diese existenzielle Erfahrung habe ich in folgendem Gedicht reflektiert.

Es regnet. Überrascht
vom Wetter des Abenteuers drischt der Sturm auf mich ein.
Härter. Schwerer fallen
die Tropfen.
Ein Freund, der mich schlägt?
Warum da durch? Warum diese Reise? Wie kommt’s nur,
dass ich hier vereise

Ich denke an morgen und ich denke an gestern. Ich denke
an Geistlose, an Arme, aber auch an die Schwestern. Ich denke.
Ich denke und denke
und denke und denke
und denke und denke und
merke schließlich auch, dass ich mich verrenke. Was
ist denn Freiheit?
Und was
ist denn Sinn? Was
ist das Leben?
Man ich glaub ich spinn. Was
ist dann Wahrheit und
was heißt dann Mission, gibt es Beweise und
was ist der Lohn?
Bleibt das am Ende nur Philosophie? Und führt es nicht alles zur
Nihilphanie?!
JA!

NEIN!

vielleicht?

JA DOCH!
NEIN!

was soll’s…

 

מ‘ כאלה’ם

Ein Hauch
Eine Stimme
Sie führt mich zurück.
„Geh weiter, geh weiter! Ein winziges Stück.“
Es pocht.
Der Regen wird seichter.
Ein Hauch.
Ein Zug, ein Ziehen!
Sanft.

DA will ich hin
meine Bestimmung?
Heilig.
Mal ganz sacht und mal mit Wucht, doch immer
rein.
unverfälscht.
gut.
Das Licht
das in die Welt dringt
Die Welt
die sich verbirgt
Heilig.
Und doch fassbar,
berührbar.
Und ich versinke im Strom des Lichts, das mich durchdringt.

 

Aber wer ist wie Gott?

Ich?

nicht!
Rückzug.
Ich verkriech mich in meine Schuld,
Unvollkommenheit,
Versagen.
Ich wehre mich.
„Was könnte ich mich nicht, mit mir selbst abplagen?“
Doch… nein, ich kann es nicht!
Ich fliehe
doch bleibe ich stehen
…und drehe mich um

Und die Wärme der Gnade bringt mich zum Knien.
מ̣‘ כֵאל͘ה̣’ם !

Ja
da will ich sein
meine Bestimmung
Leben, das fließt wie
endlose Wasser
Friede, der Lachen zaubert
auf Gesichter
Anerkennung und Respekt und Lebensvision
Ein heiliges JA!

Mein innerstes Wesen kehrt sich um
in dieser Faszination
im Ton ertönend ein Sonnen-Äon
im Glauben erkennend
bewusst wird mir eins:
Mein ist mein Leben, ja, ganz genau
meins!
Ein Geschenk
einer Person an
eine Person
zu herrschen und
walten und
tun und
SEIN!
Heiles Mensch-Sein          Eine Beziehung           Lebendiges Leben         Freiheit

Freiheit.
Schön
und hässlich zugleich. Doch
מ‘ כאלה’ם – wer ist schon wie Gott?
Ich
stehe und gehe
durch Sonne und Regen
weiter.

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