Losungs-App kaputt? Hier ein paar Alternativen
Screenshot der neuen offiziellen Losungen-App auf iOS

In meiner Twitter-Timeline wurde neulich heftig geschimpft über die App zu den Losungen für Smartphones. Die Situation ist ziemlich unglücklich. Es gibt nämlich neue offizielle Apps für Android und iOS, bereitgestellt von der Herrnhuter Brüdergemeinde. Die haben nur ein paar Haken. Zum Beispiel gibt es auf Android keine Widgets mehr und der Losungs-Datensatz für 2014 kostet heftige (für App-Verhältnisse) 4,49€ (also mehr als das Papier-Losungsbüchlein!). Das ganze wäre nicht so schlimm – es gäbe ja genug alternative Apps – hätte die Brüdergemeinde nicht der prominentesten „Konkurrenz“ die Lizenz entzogen.

Screenshot der neuen offiziellen Losungen-App auf iOS

Screenshot der neuen offiziellen Losungen-App auf iOS

Die Situation hat Fabian Maysenhölder auf theopop sehr gut zusammengefasst:

Offenbar wollte man das Rad neu erfinden. Das ist nicht nur sinnlos, sondern auch teuer. Denn ich vermute, dass die App auch wegen hoher Entwicklungskosten teurer ist als das Buch. Man hätte viel sparen können, vor allem Ärger. Nicht nur mir, wenn man sich die Bewertungen im Google-Store anschaut. 198 von 257 geben die schlechtmöglichste Wertung. Auch wenn einige Radikal-Kritiker darunter sind: Viele kritisieren nicht grundsätzlich, dass sie bezahlen müssen. Es ist die Höhe, die unangemessen erscheint. Und das Unverständnis darüber, dass kein Widget mitgeliefert wurde. Der App wird also letztendlich zum Verhängnis, dass die Nutzer für eine Verschlechterung zahlen müssen.

So ist die Situation. Anstatt zu meckern, möchte ich ein paar pragmatische Vorschläge machen, was es für (kostenlose) Alternativen zur offiziellen Losungs-App gibt.

1. Losungen über Twitter

Die Losungen kann man ganz offiziell und kostenlos täglich über Twitter beziehen. Einfach dem Accout @losung folgen. Wenn man sowieso schon bei Twitter ist, ist das ein sehr praktischer Weg, täglich die Losung mitzubekommen.

2. Losungen über RSS

RSS ist ein System, mit dem man sich über aktuelle Neuigkeiten auf beliebigen Internetseiten informieren kann. Es gibt zahlreiche Apps, die RSS-Feeds aus verschiedensten Quellen auslesen können (Sucht einfach mal im App Store eurer Wahl nach „RSS“). In einer solchen App könnt ihr dann kostenlos den offiziellen RSS-Feed der Losungen unter der URL www.hradetzkys.de/rss/tageslosung.xml abonieren. So wird jede RSS-App zur Losungs-App, inklusive Benachrichtigung bei neuer Losung.

Ohne Internet wird’s schwierig

Diese beiden Methoden funktionieren natürlich nur mit Internetverbindung. Wer keinen Datentarif am Handy hat, guckt vorerst in die Röhre. Das einzige, was mir einfällt, wäre per SMS.[2] Es gibt zwar auch einen „offiziellen“ Losung-per-SMS-Dienst, dieser kostet aber 99 Cent pro SMS, ist also ziemlich unbrauchbar. Es gibt zwar Dienste, die kostenlos zum Beispiel einen RSS-Feed per SMS versenden können, die funktionieren in der Regel aber nicht in Deutschland.

Ihr seid gefragt!

Was fallen euch noch für Wege ein, um die Losungen unterwegs dabei zu haben? Habe ich was vergessen? Schreibt eure Ideen in die Kommentare!


  1. Es hindert einen natürlich nichts daran, eine eigene App zu programmieren. Die Datensätze für Losung und Lehrtext gibt es (im Moment noch kostenlos) zum Download unter losungen.de  ↩

16 Kommentare anzeigen

  1. Es gibt derzeit für Android auch die App „Losungen 2“, die (noch) funktioniert und ein Widget bietet. Ich habe schon mit dem Entwickler gesprochen, eine offizielle Genehmigung seitens der Herrnhuter hat auch er nicht, aber er hat die Verantwortlichen bereits vor Tagen kontaktiert. Solange die App also noch geht… :-)

  2. Vielen Dank für die Aufzählung der Alternativen, Max! Das Schöne an der App von Joachim Reiß war freilich, dass man gar nicht erst auf Twitter suchen oder den Feedreader durchstöbern musste, um Losung und Lehrtext sofort parat zu haben – das Widget war da die beste Lösung.

    Ich habe vorgestern auch noch einmal eine offizielle Anfrage an die Herrnhuter gestellt, um herauszufinden, ob Losungen und Lehrtexte denn in einer lizenzfreien Übersetzung weiterhin kostenlos verbreitet werden dürfen. Bis jetzt habe ich darauf auch noch keine Reaktion bekommen. Auch da die Hoffnung, dass man in Herrnhut nicht versucht, das Ganze einfach auszusitzen …

  3. Übrigens: Meintest Du mit einer „eigenen App“ eine, die dann nicht über Google Play etc. vertrieben, sondern wirklich nur für Privatzwecke gedacht ist? Das ist dann freilich keine Lösung für die vielen tausend Nutzer der bisherigen App von Joachim Reiß. Wenn das mit den Texten in einer lizenzfreien Übersetzung rechtens ist, dann wäre es sicherlich die eleganteste Lösung, diese einfach in diese App einzupflegen – sauber programmiert und zweckdienlich war die ja.

    • Ich dachte bei der „eigenen App“ tatsächlich eine privat programmierte. Das ist natürlich in der Tat für die allermeisten Leute sehr unpraktisch.

      Allerdings würde ich mich schon freuen, wenn mal wieder ein paar neue Losungs- und Andachts-Apps entwickelt werden würden (vielleicht ja mit anderen Texten als der Herrnhuter Losung?). Die bisherigen Apps waren alle nicht sonderlich schick.

  4. Na ja, ich sag mal so, dass Erstellen einer WebApp (kann ja auch über Cache offline bedient werden) sollte jetzt nicht die Herausforderung sein.

    Freie Lizenzen (also bspw. die CC-BY-SA der Offenen Bibel: http://www.offene-bibel.de/) gibt es auch.

    Für mich stellt der größte Knackpunkte am ehesten noch die Auswahl der Losungstexte dar. Aber selbst da äußern sich die Brüder nicht (http://losungen.de/download/download.php). Sonst könnte man bspw. sagen, man benutzt die Versangaben und schlägt die Übersetzung in einer freieren Version nach …

    Ich als Nutzer eines FirefoxOS-Phones fühle mich jetzt übrigens diskriminiert, da es keine Möglichkeit gibt, die Losungen legal auf meinem Betriebssystem nutzbar zu machen :-/

  5. Ah, okay. Joachim Reiß bietet da auf Google Play die App „Das Wort“ (https://play.google.com/store/apps/details?id=de.reiss.bible2net.theword) an – im Prinzip ist das technisch die alte Losungs-App, die mit den Texten von bible2.net arbeitet (ebenfalls je ein Vers aus AT und NT). Ich hab’s mir noch nicht angesehen und weiß nicht, nach welchen Kriterien die Texte dort ausgewählt werden – aber das ginge in die Richtung, die Du meinst.

  6. @André:

    Gut, mit FirefoxOS hast Du Dir natürlich selbst eine ganz schlechte Ausgangslage für diese Angelegenheit geschaffen … ;)

    Das mit der lizenzfreien Übersetzung war ja genau mein Vorschlag – das ließe sich mit der alten App von Joachim Reiß mehr oder weniger mühelos umsetzen.

    Ich habe auf meine Anfrage von vorgestern ja auch noch keine Antwort bekommen, ob denn grundsätzlich die Auswahl von Losungen und Lehrtexten übernommen werden kann – und werte das mittlerweile als Zustimmung seitens der Herrnhuter, die sie aber nicht so offensiv kommunizieren wollen, weil das für die eigene App natürlich geschäftsschädigend wäre.

    • Die Urheberrechtliche Frage ist ja im Theopop-Artikel schon angeklungen: Eine Bibelübersetzung kann man Urheberrechtlich schützen. Kann man aber auch eine Auswahl von Versen (nur die Versangaben an sich) Urheberrechtlich „besitzen“? Ich weiß es nicht. Die Herrnhuter betreiben diese Verssammlung schon so lange und traditionsreich, dass das durchaus als schützbar gelten kann.

      Dann hilft es auch nicht, die Losungen in anderer Übersetzung anzuzeigen. Dann muss man eine andere Versauswahl nehmen (die gibt es zuhauf, aber nicht so traditionsreich wie die Losungen).

    • Ach übrigens: Wenn’s um Urheberrechte geht dann bedeutet Schweigen immer ein Nein. :)

  7. Wie im Kommentar beim theolobias (http://www.theolobias.de/2014/01/03/herrnhuter-losungen-neue-android-app/) erläutert: die Brüdergemeine hat die Rechte an der Zusammenstellung der Verse. Die Bibelgesellschaft hat die Rechte am Bibeltext an sich. Auch wer beides zusammen hat, darf aber deshalb immer noch nicht z.B. die Losung in einer Fremdsprache veröffentlichen, da dafür laut Aussage der Brüdergemeine der Herausgeber des jeweiligen Losungsbüchleins zustimmen muss.

    Bei „Bibel 2.0“ bible2.net gibt’s die Zusammenstellung der Verse frei (CC-Lizenz), zum Mitmachen; und für die Bibeltexte unter Lizenz vom jeweiligen Herausgeber. Also nutzt die Apps, und wer bei den Versen oder andersweit mitmachen mag, ist willkommen :-) Gott segne Euch!

    (Disclaimer: ich verantworte das Projekt Bibel 2.0)

  8. Das ist kein technisches Problem, sondern ein rechtliches, soziales und ethisches. HSteeb hätte zum Hintergrund auch gleich http://www.jsteeb.de/freeware-losungsprogramme/das-ende-von-losung-de-2007/index.html verlinken können. Natürlich kann man für den Text der Verse eine freie Bibelübersetzung heranziehen, urheberrechtlich geschützt ist aber auch die Auswahl der Verse. Darum ist es unabdingbar, auf frei lizenzierte Software und Materialien zu bestehen, digitale Grundrechte auch und besonders im christlichen Bereich einzufordern.

  9. m.Walt5er

    Die Losungen kommen immer gut an.
    Nur ist heute wieder „brach?s“ statt brach`s zu lesen!!
    Kam das weil ? ` so nahe beieinander liegen?

    • Nein, der Grund dafür ist ein Encoding-Fehler. Wenn die Quelldatei im einen Encoding gespeichert ist (Encodings sind Standards, welche binäre Kodierung welchen Buchstaben repräsentiert) und der Losungstext in einem anderen Ziel-Encoding abgespeichert werden soll oder irgendwo dazwischen eine Komponente das Encoding durchträgt und keine Konvertierung stattfindet, dann werden diejenigen Bytes, die im Ziel-Encoding nicht definiert sind, mit einem ? oder sonst einem Platzhalter wiedergegeben. Es ist also etwas bei der Produktion schiefgelaufen und im Test (sofern vorhanden) nicht aufgefallen.

  10. ...

    Hab mich auch vor kurzem mit dem Problem auseinander gesetzt.
    Leider blieb mein Kontakt zu der offiziellen Ansprechpartnerin aus Hernhut ebenfalls unbeantwortet.

    Meine Umsetzung besteht aus der App „Android Photo Widget“ und den eingescannten Losungen in Ausgangssprachen. Die App wechselt automatisch täglich das Bild. Der Ablauf der Bilder korreliert mit der Herkunft; bei mir einfacher Ordner. Anbei meine zugeschnittenen Scans.

    Anm. d. Red.: Link aus Urheberrechtsgründen entfernt.

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