Ein feste Burg Reformationstag in Wittenberg
Stadtkirche zu Wittenberg. Foto: Max Melzer

Es naht der Reformationstag 2013 am 31. Oktober. Wie jedes Jahr schauen wir Protestanten auf den vermeintlichen Beginn unserer Kirche zurück – auf Luther, Melanchthon und nach Wittenberg. Die Heimstadt der Reformation hat den Dreh inzwischen raus, aus ihrer Geschichte Kapital zu schlagen. „Luthers Hochzeit“ und das Reformationsfest spülen mit Märkten und verkaufsoffenen Feier- oder Sonntagen Geld in die klamme Stadtkasse. Tausende Besucher drängen sich durch die wundervoll renovierte Lutherstadt an der Elbe. Es ist ein Fest!

Fest programmiert

Trotz allem mittelalterlichen Marktgetöse, trotz Met und Bratwurst, seinen Ausgang nimmt das Fest in den Kirchen der Stadt, die zum Reformationstag ebenso vollgestopft sind, wie die Straßen und Plätze. Konfirmanden aus ganz Deutschland treffen sich zum Lutherspaß, dieses Jahr schon zum 14. Mal. Ihr Umzug durch die Stadt bleibt nicht unbemerkt. In der alten Predigtkirche Luthers, der Stadtkirche und am Schauplatz des Thesenanschlags (ich lass das jetzt mal so stehen), der Schlosskirche finden Gottesdienste statt; einem englischsprachigen Gottesdienst am frühen Morgen folgen Festgottesdienste um 10 Uhr. Flankiert wird das festliche Treiben mit Podien und Ausstellungen, die an den historischen Gehalt der Festivität gemahnen. Konzerte und Aktionen laden an allen Ecken und Enden zum Verweilen ein. (Das ganze Programm findest Du hier.)

Auch die Universität lässt sich an diesem Tag einmal blicken. Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die sich bis heute auch auf ihre Wittenberger Tradition beruft, unterhält in der Lutherstadt noch das Zentrum Leucorea. Am Reformationstag aber zieht der Senat angekündigt von Trompeten und im vollen Ornat einmal vom Rathaus zur Stiftung, so wird einmal im Jahr auch für den gemeinen Wittenberger sichtbar, dass es hier einmal eine Universität gegeben hat, ohne deren Wirken es heute anderswo keine evangelischen Theologiefakultäten geben würde.

Ein feste Burg

Die Schlosskirche wird für das Reformationsjubiläum 2017 aufwendig restauriert und ist daher nicht durchgehend geöffnet. Ein Grund mehr zum Reformationstag vorbeizuschauen, denn zu den Konzerten und Gottesdiensten (wie auch zu „Baustellenführungen“) kann man einen Blick in die Kirche werfen.

Zum Festgottesdienst in der Schlosskirche erklingt ein Glockenspiel, dass die Gemeinde von der Partnerkirche aus den USA geschenkt bekommen hat, die Besucher werden auf Dänisch, Englisch und Deutsch begrüßt, auch Lesungen und Gebete sind international. Hier kann man einen Eindruck von der weltumspannenden Bedeutung des reformatorischen Geschehens bekommen, das seinen Ausgang eben hier in Wittenberg genommen hat. Die Gemeinde singt „Ein feste Burg ist unser Gott“ und hört abermals und immer wieder Paulus Nachricht von der Errettung allein durch Glauben. Durchaus erhebend.

Den Lutherflash kann man anschließend mit einem heißen Met ablöschen und sich ins Getümmel stürzen. Es ist ein Fest, nicht vergessen!

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