Anki – wie ich Vokabeln lerne

Theologie studieren und Vokabeln lernen lässt sich nicht voneinander trennen. Das mussten vor mir auch schon viele andere erfahren. Ihr kennt es auch oder lernt es noch kennen. Heute möchte ich euch zeigen, wie ich ganz persönlich meine Vokabeln lerne.

Es ist nicht einfach, sich Inhalte langfristig zu merken. Ein wirklich hilfreiches und erfolgversprechendes Werkzeug ist die Lernkartei, die in der unteren Grafik einmal erläutert wird:

Lernkartei

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lernkartei.PNG

 Ihr arbeitet die Vokabeln in Fächern ab, in den hinteren Fächern sind die Vokabeln, die schon gut sitzen, vorne die neuen ungelernten. Ein einfaches System, das sicherlich eine gewisse Disziplin verlangt, dennoch sitzen Vokabeln so ziemlich gut.

Es gibt allerdings auch einige Nachteile: Karteikarten müssen noch per Hand geschrieben werden. Natürlich hat das reine Aufschreiben auch schon einen gewissen Lerneffekt, steht jedoch nicht im Verhältnis zur verwendeten Zeit während des Aufschreibens.
Zweitens wird ziemlich viel Papier verbraucht. Natürlich wirst du die Karteikarten lange verwenden und möglicherweise auch zum Examen wieder auspacken – sie nehmen aber auch viel Platz weg, den du sparen könntest.

Hier kommt Anki ins Spiel. Es nutzt das gleiche Prinzip wie die Lernkartei, das ganze jedoch digital. Ihr könnt bequem auf eine große Datenbank aus der Community zugreifen, beispielsweise gibt es den griechischen Grundwortschatz, ansonsten lassen sich Karteikarten schnell und einfach erstellen.

Anki hat aber einen Vorteil, der es erst so richtig nützlich macht. Bei anderen Vokabeltrainern war ich immer an eine Plattform gebunden. Der Lernstand war immer auf einem Gerät gespeichert. Hatte ich meinen Laptop nicht dabei und wollte aber gerade in dem Moment lernen, hatte ich Pech. Anki löst das so: Ihr legt euch ein Benutzungskonto an und könnt eure Kartenstapel inklusive Lernfortschritt synchronisieren. Somit habt ihr eure Karten wirklich immer dabei. Beispielsweise lernt ihr morgens in der Bahn am Smartphone ein paar Karten, synchronisiert diese und macht abends am Schreibtisch am Laptop weiter. Ihr seid nicht gebunden und könnt zu jeder Zeit Vokabeln lernen.

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Anki unter OS X

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Anki unter Android

Es gibt Apps und Programme für die üblichen Plattformen: Windows, OS X, Android und iOS. Anki ist Open Source, deshalb gibt es diese Vielfalt. Leider ist die App für iOS kostenpflichtig – der Preis ist als Spende an die Community anzusehen – allerdings könnt ihr von iDevices auch bequem über die Browseroberfläche lernen. Richtig gehört! Ihr seid nicht einmal an den eigenen Computer gebunden, über die Weboberfläche könnt ihr auch an Unirechnern pauken.

Was euch Anki nicht abnehmen kann ist die Fleißarbeit. Lernen müsst ihr immer noch selber, deshalb folgen jetzt noch ein paar altkluge Tipps von mir.
Ich habe in den vergangenen Semesterferien den Griechisch-Grundwortschatz gelernt und bin so vorgegangen:

  • Disziplin: Zwingt euch, jeden Tag zu lernen. Egal, ob morgens nach dem Aufwachen, vor dem Schlafen oder zwischendurch. Egal, ob ihr euch nicht danach fühlt. Es muss zu eurem Tag dazugehören. Ihr könnt es auch an mehreren Zeiten am Tag machen. Hauptsache kontinuierlich.
  • Kleine Dosen: Lernt nicht zu viele neue Vokabeln am Tag. Probiert verschiedene Dosen aus; ich habe mir meine Stapel mit 10 neuen Vokabeln pro Tag konfiguriert. Mit Wiederholungen von alten Karten lerne ich nur etwa 100–120 Karteikarten am Tag.
  • Überall lernen: Nutzt die Synchronisation. Lernt am Handy, am Laptop, am Tablet. Egal wo ihr seid, es gibt keine Grenzen.

Probiert es mal aus, vielleicht ist es ja was für euch. Fragen gerne in die Kommentare.

Hier kommt ihr an das Programm: http://ankisrs.net/#download

6 Kommentare anzeigen

  1. Hans-Christian Bandholz

    Sinnvoll! Besten Dank für den Tipp: ein must-have im digitalen theologischen Werkzeugkasten. Für Studis und vielleicht sogar Ehemalige?

  2. Ich hatte ja selbst auch schon mal eine App zum Vokabeln lernen vorgestellt. Das diese aber Quelloffen und Multi-Plattform ist, finde ich sehr interessant. Vielen Dank für den Tipp!

  3. Hauptstadtpfadfinderin

    Also ich finde das Programm super und nutze es ab jetzt für unterwegs. Vielen Dank für den Artikel!

  4. Michael P

    Vielen Dank. Auf dem PC und im Web funktioniert es gut. Ich kämpfe aktuell noch mit der Anzeige unter Android, da hier kein griechischer Zeichensatz vorhanden ist.
    Habt ihr da einen Tipp

    • oneumenos

      Hallo, unter dem neuen Kitkat (z.B. bei mir Samsung Note 3) funktioniert es
      Gruß oneumenos

    • Janus

      Hast du da nen Weg gefunden?
      Ich mache aktuell einen Screenshot von der Vokabe, speichere ihn als jpeg und importiere das Bild dann in die Karteikarte. Das befriedigt irgendwie noch nicht so richtig.

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